Für Josef Ludwig war es wie im Traum, als er das Wort „bösartig“ hörte.
Ich bin wieder hin zum Hausarzt und der sagte: „Ergebnis ist noch nicht da, aber ich kenne die da, ich rufe mal an.“ Dann hat er angerufen und an seiner Sprache, die sich auf einmal verändert hat und an seinem Blick und seinem Aufspringen wusste ich, jetzt ist was. Und dann hat er mir nach Auflegen erklärt, also jetzt müssen wir was tun, es ist bösartig. Ab dem Moment war für mich nur noch alles wie im Traum rosarot. Ich war nicht mehr in der Lage, irgendwas aufzufassen, was zu verstehen, was zu kapieren. Ein Gedanke: Noch zwei Jahre, dann bist du fort. Was läuft hier? Ich war nicht mehr auf der Welt. Der hat das gemerkt. Er sagte: „Beruhig dich mal, kommst du heute Nachmittag um 5 Uhr.“ Das war mittags, um die Mittagszeit, wo ich bei ihm war. „Kommst du um 5 Uhr, bringst deine Frau mit und dann reden wir.“ Ich bin nach Hause gegangen, unterwegs Bekannte getroffen, die mich angesprochen haben. Ich glaube heute noch, dass die gedacht haben, der hat schon mittags einen gedudelt, weil der redet nicht wie er sonst redet. Irgendwas stimmt da nicht mit dem. So heimgekommen, die Jungs, meine Kinder, waren noch schulpflichtig, kamen aus der Schule. Die sollten ja jetzt noch nicht direkt damit belastet werden. Dann haben wir das erst einmal ein bisschen beiseitegeschoben und sind dann gemeinsam um 17 Uhr, wie verabredet, zum Hausarzt hin. Ja, der hat uns dann erklärt, dass es sich um ein malignes Melanom handelt, was er bisher nur telefonisch durchgesagt bekommen hat.
