Katharina Hofmann hat ihre Anschlussheilbehandlung in schlechter Erinnerung.
Furchtbar. Also es war tatsächlich für mich so nach der zweiten Diagnose bin ich gegangen. War ja damals dann so geschädigt auch mit der Leber und so und in der Anschlussheilbehandlung also an sich fand ich das Konzept sehr gut. Die Durchführung war leider sehr schwierig, weil da die Ärzte nicht auf mich und mein Bedürfnis eingegangen sind. Gar nicht. Ich habe meine Fitnessuhr dran gehabt. Ich hatte bis zu 40.000 Schritte am Tag, was mit einer kaputten Leber und einem gestörten Hormonsystem nach einer oder in einer Krebstherapie einfach Horror ist. Also das ist für einen gesunden Menschen schon viel zu viel. Und ich durfte keine Sportkurse abwählen, weil mir gesagt wurde, dass man mich dann quasi, ich weiß nicht wie sie das genannt haben, aber dann quasi der Rente und der Krankenkasse melden, ich hätte nicht richtig mitgemacht und ich durfte dann keine weitere Heilbehandlung haben und würde somit auch Probleme mit Pflegegeld und Erwerbsunfähigkeit und so bekommen und- also mir wurde da tatsächlich gedroht und zudem war ich dann halt immer auch bei sportlichen Aktivitäten und so meistens immer das Schlusslicht. Aber auch bei den psychologischen Dingen, weil wir waren immer eine Gruppentherapie. Und wie gesagt, nicht falsch verstehen, ich habe auch meine Selbsthilfegruppe und ich finde, Gruppentherapie ist manchmal auch was Tolles, weil man dann einfach hört von anderen, wie es denen geht. Aber ich war denen ihr schlimmster Albtraum, weil ich war einfach schon das zweite Mal erkrankt, nach fünf Jahren gesund. Ich war der schlimmste Albtraum und da wurde null drauf eingegangen, sondern eher immer wieder mich hervorgehoben. Ich musste immer erzählen ja, wie war es bei Ihnen? Wie war es bei Ihnen, wie war es bei Ihnen? Und ich wollte gar nicht, weil ich gesehen habe, wie ich die anderen erschrecke, auch die, die jetzt ganz frisch nach ihrer ersten Diagnose, nach der ersten Therapie, nach der ersten Chemo-. Die meisten hatten wirklich gerade so zwei, drei Wochen die Chemo hinter sich, die erste. Und dann komme ich und sage: "Ja, bei mir war fünf Jahre alles gut, aber jetzt halt nicht mehr, blöd." Und ja, war für mich eine ganz schlimme Erfahrung und ich habe damals die Ärzte darauf angesprochen. Ich habe die psychologische Unterstützung darauf angesprochen, wurde aber absolut nicht gehört, wurde absolut runtergebuttert und ich bin echt jemand, der sich Gehör verschaffen kann und habe dann auch gesagt gehabt, also bei der psychoonkologischen Reha bekommt man erstmal drei Wochen genehmigt und kann dann in der Reha auf vier Wochen verlängern. Habe dann nach drei Wochen gesagt ich will nach Hause, hat für mich keinerlei Mehrwert. Ja und das in einer Einrichtung, die eigentlich dafür bekannt war, sehr modern und sehr aktiv zu sein und auch extra für Junge ausgerichtet war. Ja, schade, war für mich leider eine sehr schlechte Erfahrung. Habe mir jetzt mit einer Freundin wieder vorgenommen, es vielleicht jetzt wieder in Angriff zu nehmen. Mal wieder was Neues auszuprobieren, weil wir jetzt beide älter sind und uns, ja- aber ist kein großer Punkt von mir.
