Martina Wenzel musste sich sammeln, bevor sie ihren Kindern von der Diagnose erzählte.
Dann bin ich zur Hautärztin gegangen, die hat das rausgeschnitten. Und sechs Tage später kriegte ich im Büro einen Anruf von der Sprechstundenhilfe: Ich möchte doch bitte in die Praxis kommen. Und da war für mich so- fiel die Welt zusammen, weil ich irgendwie gedacht habe, dann ist es was Bösartiges, wenn ich da in die Praxis kommen muss. Ich habe mich bei meinem Chef abgemeldet und bin dann da in die Praxis gefahren. Ja und dann war eben die Diagnose. Ich war bei einer Hautärztin, die so kleine Kammern hatte, direkt nebeneinander von einem Flur abgehend wird der immer noch- und bin nie in ihrem Behandlungs- oder in diesem anderen Zimmer gewesen, im Arztzimmer gewesen und immer in diesen Kämmerchen. Und sie läuft auf dem anderen Gang, auf der anderen Seite, auf der anderen Seite dieser Kämmerchen lang und ja, schießt da lang. Aber an dem Tag bin ich in ihr Arztzimmer geführt worden. Das hat also meinen Verdacht dann noch mal bestätigt. Und für mich ist da eine Welt zusammengebrochen, weil ich gedacht habe, ich sterbe. Denn eine Freundin von mir ist, als ich 21 war, an Hautkrebs verstorben. Dann habe ich Zeit gebraucht mich zu sammeln, bin dann irgendwie durch die Gegend gelaufen, weil das für mich immer das Beste ist, so zu laufen und habe dann hier tagsüber, also nachmittags oder mittags meine Kinder empfangen und habe versucht, erst mal so mir nichts anmerken zu lassen. Ich glaube, das ist mir sogar gelungen. Und dann haben wir erstmal, abends habe ich mit meinem Mann darüber gesprochen.
