Nicole Hansen erlebte die ersten Tage nach der Diagnose als sehr intensiv.

Also erstmal nicht fassbar. So die ersten paar Stunden. Also ich gehe wirklich mal jetzt die ersten zwei, drei Tage durch, weil die waren intensiv. Dann bin ich zu meinen Eltern gefahren. Da war natürlich Drama. Ich kann das immer nicht so, also wie soll ich sagen, ich bin immer ziemlich hart. Ob vielleicht durch meinen Beruf oder wie auch immer, keine Ahnung. Ich bin einfach so und ich mag das überhaupt gar nicht, wenn jetzt meine Eltern zum Beispiel anfangen zu weinen oder so, geht überhaupt nicht. Und ich wollte auch überhaupt nicht, dass da irgendwer groß weint. Also ich habe mich dann versucht, ein bisschen erst mal alleine zurückzuziehen nachher. Muss zugeben, habe natürlich gegoogelt, obwohl man das auf gar keinen Fall tun soll. Es kommt dann nur Mist bei raus. Habe trotzdem gegoogelt, da stand natürlich- also das war schon ganz schön böse. Und ich trinke sonst sehr wenig Alkohol, aber ich habe die ersten glaube, also den ersten Tag danach komplett mit Weintrinken verbracht. Und jedes Mal, wenn ich gemerkt habe, dass mein Kopf wieder zurückkommt, dann habe ich gedacht, jetzt trinkst du noch ein Glas. Völlig egal. Irgendwann habe ich dann geschlafen und am nächsten Tag ging es mir hundeelend, weil ich ganz furchtbar, ganz furchtbaren Kater hatte. Meine Familie war natürlich dann auch hier und die waren schon da. Und den nächsten Tag, also der zweite Tag war auch viel bei mir, also mit mir selber, viel mit Weinen und viel mit Grübeln und viel mit Angst belastet. Dann kommt aber einfach wieder der Punkt. Ich hatte schon viele Schicksalsschläge in meinem Leben. Also das ist jetzt nicht das erste und also auch wir in unserer Familie schon viele Sachen, die schwierig waren. Und also man hat immer zwei Möglichkeiten: Entweder Sie lassen sich hängen oder Sie gehen jetzt den Weg nach vorne und nutzen das, was ist. Und das kam so dieser Punkt kam eigentlich bei mir am dritten Tag und da habe ich für mich beschlossen „So, wenn das jetzt so ist und die so- wie die Prognose im Endeffekt hieß, bis Weihnachten, von April bis Weihnachten ist nicht so viel. Das war so die erste Diagnose. Also die erste Prognose von den Ärzten. Und da habe ich gedacht, gut, wenn es dann so ist, dann, ja dann nutzt du jetzt die Zeit. Fertig. Weil ich hatte ja wirklich gar nichts.