Die Erfahrungen von Susanne Huber

Portrait Zum Zeitpunkt des Interviews ist Susanne Huber 60 Jahre alt, arbeitet als Erzieherin in einem Kindergarten und lebt gemeinsam mit ihrem Mann. Ihre beiden Töchter sind zwar ausgezogen, aber dennoch regelmäßig zuhause zu Besuch. Bei einem Hautarztbesuch im Jahr 2012, bei dem es um ein Ekzem am Auge ging, zeigte Susanne Huber auch auffällige Leberflecke am Rücken. Diese wurden innerhalb von einer Woche entfernt und sie bekam mit Mitte 40 die Diagnose eines malignen Melanoms. Ein Jahr nach der Diagnose sowie 2014 wurden bei den Kontrolluntersuchungen jeweils Lungenmetastasen entdeckt, worauf weitere Operationen folgten. Susanne Huber ist zum Zeitpunkt des Interviews seit zehn Jahren tumorfrei und hat in der gesamten Zeit mit ihrer Hautkrebserkrankung durchweg Unterstützung und Rückhalt von Familie und Freund*innen erfahren und ihr Bewusstsein für eigene Bedürfnisse im Leben verstärkt.

Susanne Huber war 2012 wegen eines Ekzems am Auge beim Hautarzt und zeigte diesem spontan auch ihren Rücken, an dem ihr Leberflecke aufgefallen waren. Dieser entschied sehr schnell, die Stellen zu entfernen, sodass der Eingriff nur wenige Tage später erfolgte. Der Befund der Biopsie bestätigte die Diagnose eines malignen Melanoms, sodass Susanne Huber neben dem Entfernen der entsprechenden Hautstelle auch eine Interferon-Therapie startete, bei der sie sich zwei bis drei Mal wöchentlich selbst Injektionen gab. Susanne Huber sagt, dass sie diese Therapieform nicht gut vertragen hat und sie nach zehn Monaten abbrach. Etwa ein Jahr nach Erstdiagnose wurden im MRT Metastasen im linken Lungenflügel entdeckt, die operativ entfernt werden konnten. Nach weiteren sechs Monaten erfolgte eine OP am rechten Lungenflügel, da dort ebenfalls Metastasen entdeckt wurden.

Susanne Huber sagt, dass sie nach den Operationen sehr geschwächt war, aber zuhause viel Unterstützung bekam und ihre Familie, Verwandte und ihr Freundeskreis ihr ein Umfeld schafften, das von Rückhalt und Fürsorge geprägt war. Kraft aufbauen konnte Susanne Huber weiterhin durch zwei Reha-Aufenthalte. Neben medizinischer Unterstützung und Bewältigungsarbeit lernte Susanne Huber in der Reha auch andere Patient*innen kennen. Der Austausch mit diesen, aber auch das gemeinsame Lachen und viel Freude sind für Susanne Huber eine wertvolle Erinnerung im Genesungsprozess. Das Sprechen mit anderen Betroffenen führte sie in einer Selbsthilfegruppe fort. Das Miteinander ist für sie ein wesentlicher Teil ihrer Krankheitsbewältigung, sowohl im Kontext der Selbsthilfe als auch im privaten Umfeld.

Auch, wenn Susanne Huber ihrer jüngeren Tochter zunächst nichts von der Diagnose erzählte, war es ihr im weiteren Verlauf sehr wichtig, Entscheidungen gemeinsam mit der Familie zu diskutieren und zu treffen, wenn es beispielsweise um das Einholen einer Zweitmeinung oder das Abwägen einer Therapieempfehlung ging. Dabei fühlte sie sich insgesamt von ihren Ärzt*innen gut aufgeklärt und betreut, auch wenn es herausfordernd war, immer wieder anderen Menschen in der Versorgung zu begegnen. Susanne Huber hat sich im Kontext ihrer Hautkrebsdiagnose intensiv mit ihrem Lebensstil auseinandergesetzt, insbesondere mit ihrer Ernährung und Inhaltstoffen in Pflegeprodukten. Sie informiert sich beispielsweise darüber im Internet und versucht durch die Einnahme zusätzlicher Vitamine ihren Körper gesund zu halten. Die Nachsorge nimmt Susanne Huber regelmäßig in Anspruch und blickt ihrer Zukunft zum Zeitpunkt des Interviews zuversichtlich entgegen. Dabei ist es ihr wichtig, das Leben zu genießen und Wünsche nicht aufzuschieben.

Das Interview wurde im November 2024 geführt.


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