Bei Thomas Kellner hat die Krankheit ein Umdenken hin zu seinen Ressourcen ausgelöst.
Das ist eine schwierige und interessante Frage. Also ich habe schon über viele Jahre meditiert und man kann natürlich auch sagen, das auch, ich mache ja viel Hypnose, dass das auch einen spirituellen Aspekt haben kann. Aber ich glaube, im Kontext meiner Erkrankung ging es mir eher um pragmatisches Stehen im Alltag. Also eher um Alltagsbewältigung und es war weniger die Transzendenz sozusagen, wo ich gesagt habe, ich gehe hier raus aus meinem Lebensbezügen, als das eher mehr hineingehen. Die Situation wäre vielleicht anders gewesen, wenn ich einen fortgeschrittenen Tumor gehabt hätte, wo es ums Sterben gegangen wäre. Dann könnte ich mir vorstellen, dass das Thema Transzendenz und Sinn und so und Spiritualität eine größere Bedeutung hatte. Aber in der Situation war es eigentlich mehr so, wie geht es jetzt in meinem Leben weiter mit meinem Körper weiter, wie kann die Wunde heilen, wie komme ich da wieder in eine Balance rein? Und das hat eigentlich eine sehr alltagsrelevante Perspektive. Und das fand ich eigentlich auch gut, muss ich sagen. Also ich fand das eigentlich sinnvoll, eher zu gucken und jetzt im Alltag was machst du denn jetzt eigentlich damit und wo geht es hin? Es war also weniger als Spiritualität, würde ich sagen, hat weniger, weniger Bedeutung gehabt als irgendwie Alltagsbewältigung und ein Umorientieren, was in meinem Alltag und in meinem in der Welt sein eigentlich wichtig ist.
