Die Erfahrungen von Thomas Kellner
Thomas Kellner ist zum Zeitpunkt des Interviews 53 Jahre alt. Er lebt gemeinsam mit seiner Partnerin und seinen beiden Kindern. Thomas Kellner erhielt zu Beginn des Jahres 2022 im Alter von 50 Jahren die Diagnose eines malignen Melanoms. Der Tumor wurde im Anfangsstadium entdeckt und konnte erfolgreich operativ entfernt werden. Thomas Kellner ist heute dankbar, dass keine weiteren Behandlungen notwendig waren. Die Diagnose hat ihn dennoch mit der Endlichkeit des Lebens konfrontiert, sodass Thomas Kellner sich heute verstärkt um seine Gesundheit kümmert, sowohl körperlich als auch mental. Er legt viel Wert auf einen gesunden Lebensstil und hat gelernt, sich eigene Grenzen zu setzen und insbesondere seinen beruflichen Alltag stressfreier zu gestalten. Seine Familie und Freund*innen haben ihn hierbei wesentlich unterstützt sowie hat die Erkrankung für ihn die Bedeutsamkeit sozialer Beziehungen im Leben verstärkt.
Inmitten der Corona-Pandemie im Sommer 2021 entdeckte Thomas Kellner beim Yoga an seinem Unterschenkel einen Fleck auf der Haut, der ihm vorher noch nicht aufgefallen war. Zuerst vermutete Thomas Kellner einen Mückenstich, doch entgegen der Erwartung verschwand dieser nicht nach einiger Zeit. Thomas Kellner suchte daher im neuen Jahr, 2022, einen Hautarzt auf, um sein Anliegen abzuklären. Der Hautarzt entfernte das betroffene Hautareal noch am selben Tag und konnte aufgrund eines praxisinternen Labors unmittelbar anhand des histologischen Befunds ein malignes Melanom diagnostizieren. Thomas Kellner hatte nicht mit dieser Diagnose gerechnet und war entsprechend erschrocken. Er sagt, dass die Diagnose ein Misstrauen in die eigene körperliche Gesundheit ausgelöst und ihn sehr verunsichert hat. Die Nachoperation gestaltete sich etwas aufwendiger als erwartet, da die Wunde so groß war, dass eine Lappenplastik gemacht werden musste. Thomas Kellner war dankbar, dass er aufgrund der Pandemie im Home Office arbeiten konnte, da der Genesungsprozess aufgrund einer Wundheilungsstörung eine Weile dauerte. Im Rahmen von Selbsthypnose hat Thomas Kellner sich bemüht, eigene Ressourcen zu aktivieren und die Wundheilung zu unterstützen.
Die Hautkrebsdiagnose hat bei Thomas Kellner demnach auch die Achtsamkeit für den eigenen Körper verstärkt. Zur Absicherung, dass keine weiteren Tumore bestehen, hat er zudem auf eigene Kosten ein Ganzkörper-MRT in Anspruch genommen. Das unauffällige Ergebnis beruhigte ihn sehr. Thomas Kellner hatte zum Zeitpunkt der Diagnose eine berufliche Stresssituation. Er sagt, dass die Erkrankung ihn vor diesem Hintergrund dazu bewegt hat, Stress zu reduzieren und der Selbstfürsorge und einem gesunden Lebensstil mehr Aufmerksamkeit zu schenken. So hat Thomas Kellner gelernt, seine eigenen Grenzen zu berücksichtigen. Er sagt, dass er sich heute auch mal einen Mittagsschlaf erlaubt und auf ausreichend Regenerationsphasen achtet. In der ersten Zeit nach der Diagnose hat ihm Sport geholfen, einen klaren Kopf zu bekommen. Insbesondere Fahrrad fahren war mit der Wunde gut vereinbar, aber auch Qigong unterstützte Thomas Kellner in der Krankheitsbewältigung. Zudem hat die Hautkrebsdiagnose Thomas Kellner die eigene Endlichkeit vor Augen geführt und seine Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber Familie und Freund*innen gestärkt. Er sagt, dass die verbliebene Narbe ihn stetig darin erinnert, dass das Leben wertvoll ist. So liegen ihm soziale Beziehungen und die Zeit mit seinen Kindern und seiner Partnerin sehr am Herzen.
Das Interview wurde im März 2025 geführt.
Alle Interviewausschnitte von Thomas Kellner
Thomas Kellner waren seine Risikofaktoren nicht direkt bewusst.
Thomas Kellner war erschrocken über die monatelangen Wartezeiten für hautärztliche Termine.
Thomas Kellner achtete beim Arbeiten auf seine Grenzen und machte regelmäßig Pausen.
Thomas Kellner fand im Sport einen Weg, mit seiner Unruhe umzugehen.
Bei Thomas Kellner hat die Krankheit den Blick auf das Positive im Leben verstärkt.
Thomas Kellner konnte seiner Unsicherheit durch Kontrolluntersuchungen beseitigen.
Thomas Kellner hat sich die Leitlinien sowie wissenschaftliche Studien zu Prognosen angeschaut.
Thomas Kellner hat Selbsthypnose angewendet, um seine Ressourcen zu aktivieren.
Thomas Kellner berichtete, dass er seine Haut sorgfältig beobachtet.
Bei Thomas Kellner war das Misstrauen in den eigenen Körper nach der Diagnose hoch.
Thomas Kellner war froh, dass seine Wunde im Home Office gut verheilen konnte.
Bei Thomas Kellner hat die Krankheit ein Umdenken hin zu seinen Ressourcen ausgelöst.
Thomas Kellner würde rückblickend mehr auf seine Ressourcen achten.
Thomas Kellner schaut seit der Diagnose verstärkt, was ihm guttut.
