Ausgleich und Kraftquellen

Neben der Unterstützung durch FamilieFachpersonal sowie rehabilitativer und psychologischer Art beschrieben unsere Interviewpartner*innen zahlreiche weitere Hilfen, die ihnen im Umgang mit ihrer Erkrankung halfen. Dazu zählten sowohl zwischenmenschliche und spirituelle Aspekte wie das Zusammensein mit Freund*innen, Glaube und Religion, als auch ganz persönliche Wege des Ausgleichs wie Spaziergänge in der Natur und Meditation, aber auch die Mitarbeit oder Teilnahme an Selbsthilfegruppen.

Petra Zellers Glaube hat sich durch die Krankheit intensiviert.

Ute Pfeifer hat eine religiöse Figur Halt gegeben.

Andreas Engels hilft neben seinem Glauben auch regelmäßige Meditation.

Viele berichteten von der Bedeutung kleiner, bewusster Momente, von einem neuen Blick auf Natur und Umwelt. Sie schilderten, wie ein Umdenken hin zu den wichtigen Dingen im Leben ihnen dabei half, dankbar zu sein. Meditation und Achtsamkeit waren bei einigen Interviewpartner*innen bereits vor der Hautkrebsdiagnose in ihrem Leben präsent, andere entdeckten beides neu im Umgang mit der Erkrankung (siehe auch "Persönlicher Umgang und innere Haltung".

Bei Thomas Kellner hat die Krankheit ein Umdenken hin zu seinen Ressourcen ausgelöst.

Jasmin Naumann schöpft viel Kraft daraus, achtsam und dankbar zu sein.

Vor allem den Interviewpartner*innen mit malignem Melanom, die aufgrund der Krankheitsfolgen in die Erwerbsminderungsrente kamen, äußerten, dass die dadurch gewonnene Zeit eine Ressource darstellte, den Alltag so gestalten zu können, dass die eigenen Bedürfnisse und Ressourcen berücksichtigt werden können. Anderen Betroffenen mit malignem Melanom wiederum half es, mithilfe des beruflichen Alltags am normalen Alltag teilzuhaben. Unsere Interviewpartner*innen mit weißem Hautkrebs waren überwiegend nur zeitweise beruflich eingeschränkt oder bereits in Altersrente (siehe auch "Berufliche Auswirkungen und Rente").

Heike Sommer nutzt die Freiheit der Erwerbsminderungsrente, um den Alltag ihren Bedürfnissen anzupassen.

Für Kerstin Moser war es wichtig, dass ihr normales Leben weitergeht.

Manche Interviewpartner*innen mit malignem Melanom erzählten vom Halt, den ihnen ihre Haustiere geben. Sie boten Ablenkung vom Krankheitsalltag sowie schenkten Trost und Lebensfreude. Auch unterstützten Hunde einzelne Interviewpartner*innen dabei, durch kleine Spaziergänge Schritt für Schritt wieder zu Kräften zu kommen.

Jennifer Zimmer hat sich durch ihre Hunde weniger alleine gefühlt, wenn ihre Familie über Tag aus dem Haus war.

Kai Fritz hat seinen Kater als große Hilfe empfunden.

Ihr Hund hat Claudia Jansen wieder zu Kräften verholfen.

Auch der Austausch mit anderen Betroffenen und das Engagement in der Selbsthilfe beschrieben viele Interviewpartner*innen als unterstützend bei der Krankheitsbewältigung. Insbesondere das aktive Mitwirken in Selbsthilfegruppen bot die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen, anderen zu helfen und so Sinn und Struktur im Alltag zu erleben.

Für Daniela Steffens war ihr Engagement im Hautkrebsnetzwerk eine große Ressource.

Unsere Interviewpartner*innen erzählten, dass besonders kreative Tätigkeiten, Kurse und Hobbys wie Malen, Schreiben, Tanzen oder Yoga als stärkend erlebt wurden.

Susanne Hoppe haben Kurse der Krebsgesellschaft, beispielsweise Malen, viel Lebensfreude gegeben.

Laura Ullrich hat es geholfen, über ihre Erkrankung zu schreiben.

Nicole Hansen hat sich zum Ausgleich wieder mehr ihren Hobbys gewidmet.

Musik und kulturelle Aktivitäten wurden von vielen Interviewpartner*innen ebenfalls als bedeutsame Kraftquellen beschrieben. Sie boten Ablenkung vom Alltag, ermöglichten emotionale Verarbeitung und gaben Freude und Energie.

Josef Ludwig hat Musik sehr viel Kraft gegeben.

Konzerte und sein Ehrenamt als Lesementor in der Grundschule geben Stefan Richter viel Rückhalt.

Manche Interviewpartner*innen schilderten, dass bestehende oder neue Hobbys nicht nur Freude bereiteten, sondern auch eine wertvolle Ablenkung von der Erkrankung boten. Sie halfen, den Fokus vorübergehend von Sorgen oder Einschränkungen des Alltags wegzulenken.

Wolfgang Berg hat sich durch Hobbys und Arbeit von seiner Krankheit abgelenkt.

Dirk Winter hat sich mit Reparaturarbeiten abgelenkt.