Persönlicher Umgang und innere Haltung

Die Interviewpartner*innen schilderten, dass der Umgang mit der Hautkrebserkrankung ein sehr individueller Prozess sei, der ihr Selbstbild, ihre eigene Haltung und die Lebensgestaltung nachhaltig beeinflusse. Viele berichteten unabhängig von der Hautkrebsform, dass sie im Laufe der Erkrankung unterschiedliche Strategien entwickelten, um mit Belastungen und Unsicherheiten umzugehen. Dazu gehörten sowohl emotionale Ausdrucksformen wie das Zulassen von Traurigkeit oder Weinen, als auch Strategien, Eigenschaften und Fähigkeiten, die sich unsere Interviewpartner*innen angeeignet haben. Sie berichteten davon, wie ein starker Wille, Optimismus oder der Rückgriff auf frühere Erfahrungen mit Herausforderungen im Leben sie im Umgang mit der Erkrankung unterstützte. Auf diese Weise gelang es ihnen, die Diagnose zu akzeptieren und einen Weg zu finden, die Erkrankung in ihr Leben zu integrieren.

Für Katharina Hofmann war es ein Lernprozess, mit dem metastasierenden malignen Melanom für sich angemessen umzugehen.

Stefan Richter hat bereits vor der Diagnose eines malignen Melanoms eine innere Stärke entwickelt, die ihm im Umgang mit der Erkrankung hilft.

Monika Bender hat ihre Krankheit angenommen.

Christa Riedel hat gelernt, ihr Gorlin-Goltz-Erkrankung und die Folgen zu akzeptieren.

Gleichzeitig berichteten viele Interviewpartner*innen, wie sie ihre bisherigen Lebenseinstellungen hinterfragten und welche Veränderungen sie in der Folge bei sich wahrnahmen. So betonten einige, dass sie viel über sich und das Leben gelernt haben – insbesondere darüber, was ihnen wirklich wichtig ist. Viele sprachen davon, wie Achtsamkeit im täglichen Leben, das bewusste Genießen schöner Momente, die Freude an kleinen Dingen sowie ein Leben im Hier und Jetzt an Bedeutung gewannen (siehe auch "Ausgleich und Kraftquellen".

Thomas Kellner schaut seit der Diagnose verstärkt, was ihm guttut.

Jennifer Zimmer hat gelernt, das Leben zu schätzen.

Jasmin Naumann sieht im Kontext der Erkrankung Spielraum für eigene Entscheidungen.

Dem Hautkrebs und seinen Folgen wurde von unseren Interviewpartner*innen unterschiedliche Bedeutungen beigemessen: Manche schilderten große Herausforderungen, vor allem bei starken Einschränkungen im Alltag, andere sahen eine Chance auf Neuorientierung. Beziehungen im sozialen Umfeld veränderten sich bei einigen Interviewpartner*innen, beispielsweise durch das Setzen neuer Grenzen und einen stärkeren Fokus auf sich selbst und eigene Bedürfnisse.

Claudia Jansen steht für ihre Meinung und Bedürfnisse ein.

Daniela Steffens ist durch die Krankheit konsequenter mit sich und anderen geworden.

Angelika Schüler sind einige Dinge egaler geworden.

Einzelne Interviewpartner*innen beschrieben neben den vielfältigen Veränderungen im Alltag und in ihren sozialen Beziehungen, die mit der Erkrankung einhergingen, auch tiefgreifende Veränderungen ihres Selbst. Sie schilderten, wie die Erkrankung ihr Leben in ein „vorher“ und „nachher“ teilte.

Elke Gruber hat sich durch die Erkrankung sehr verändert.

Kerstin Moser trennt ihr Leben in ein Vor und Nach der Diagnose.

Humor, ein positives Mindset, Glaube, aktive Informationssuche oder soziales Engagement wurden von vielen Interviewpartner*innen als weitere Wege beschrieben, mit der Erkrankung umzugehen.

Stefan Richter begegnet seiner Krankheit häufig mit Humor.

Anja Walter findet Selbstwirksamkeit und eine positive Einstellung wichtig.

Petra Zeller bewältigt ihre Krankheit, indem sie sich umfassend informiert.

Zugleich half es manchen Betroffenen, dem Hautkrebs nicht allzu viel Raum zu geben, sondern das Beste aus der Situation zu machen und das Leben aktiv und bewusst zu gestalten.

Susanne Huber hat den Krebs nicht ihren Alltag bestimmen lassen.

Wolfgang Berg kann Gedanken über seine Erkrankung meist gut zur Seite schieben.

Martina Wenzels Bewältigung besteht darin, aktiv zu bleiben.