Rückblick und Zukunftsperspektiven
Bei den meisten unserer Interviewpartner*innen führte die Hautkrebserkrankung dazu, das eigene Leben bewusster zu betrachten und bisherige Erfahrungen zu reflektieren. Im Rückblick berichteten sie, dass sich durch die Diagnose und den weiteren Krankheitsverlauf ihre Perspektive auf das eigene Leben verändert habe. Viele beschrieben, dass ihnen erst durch die Erkrankung deutlich wurde, was ihnen bislang wichtig gewesen war und welche Aspekte ihres Lebens sie heute anders bewerteten (siehe auch "Persönlicher Umgang und innere Haltung").
Diese Reflexion bezog sich manchmal auf konkrete Verhaltensweisen (siehe auch "Bewegung und Ernährung im Krankheitskontext" und "Umgang mit Sonne"), jedoch mehrfach auf grundlegende Fragen nach Prioritäten, Belastbarkeit und dem Umgang mit Unsicherheit. Einige Interviewpartner*innen schilderten, dass sie sich intensiver mit ihrer eigenen Endlichkeit, mit Kontrollverlust oder mit der Frage auseinandersetzten, wie sie ihre verbleibende Zeit gestalten möchten.
Thomas Kellner würde rückblickend mehr auf seine Ressourcen achten.
Kerstin Moser ist dankbar, dass sie sich viele Wünsche erfüllt hat.
Dirk Winter möchte durch seine eigenen Erfahrungen andere für Sonnenschutz sensibilisieren.
Auch der Blick auf zurückliegende Therapieentscheidungen spielte für manche eine Rolle, insbesondere im Sinne eines Abwägens zwischen medizinischer Notwendigkeit, Belastung und persönlicher Lebensqualität.
Ute Pfeifer machte sich Gedanken, ob sie der OP mit ihrem heutigen Wissen auch zugestimmt hätte.
Gleichzeitig richteten sich die Gedanken vieler Interviewpartner*innen stärker auf die Zukunft. Sie berichteten von neu formulierten Wünschen, Hoffnungen und Zielen, die häufig enger an das eigene Wohlbefinden, an Beziehungen oder an ein bewussteres Leben im Alltag geknüpft waren. Im Vordergrund stand häufig der Wunsch nach Gesundheit, Lebensqualität und Selbstbestimmtheit. Auch die Bedeutung von Familie und Freund*innen sowie die Zeit mit ihnen wurde oft betont, da diese als zentrale Quelle für emotionales Wohlbefinden und Unterstützung wahrgenommen wurden. Für einige Interviewpartner*innen waren zudem Reisen und kulturelle Veranstaltungen im Fokus, wenn sie über ihre Zukunft sprachen.
Wolfgang Berg hat noch einige Vorhaben für die Zukunft.
Monika Bender möchte in ihrer Erwerbsminderungsrente noch etwas erleben.
Angelika Schüler freut sich auf Reisen und kulturelle Veranstaltungen.
Weiterhin wurde der Wunsch, das eigene Gesundheitsverhalten achtsamer zu gestalten, vielfach erwähnt. Die meisten Interviewpartner*innen strebten eine bessere körperliche Verfassung, etwa durch regelmäßige Bewegung, eine ausgewogene Ernährung und Stressreduktion an. Viele nahmen sich vor, mehr auf Warnsignale ihres Körpers zu hören, indem sie frühzeitig Ruhepausen einbauen und Unterstützung annehmen wollten. Zudem spielten Hoffnungen in Bezug auf den weiteren Krankheitsverlauf, mögliche Therapien und medizinische Begleitung eine wichtige Rolle.
Andreas Engels ist es ein Anliegen, achtsam mit sich selbst zu sein.
Manche Interviewpartner*innen bezogen ihre Wünsche auch auf die Forschung und die Gesellschaft im Allgemeinen.
Martina Wenzel ist dankbar, wenn die Forschung zu Hautkrebs weiter vorangetrieben wird.
