Intimität und Partnerschaft

Unsere Interviewpartner*innen berichteten davon, dass die Hautkrebsdiagnose nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Partner*innen betraf und die Beziehung auf verschiedenen Ebenen veränderte – manchmal subtil, manchmal einschneidend. Einige Interviewpartner*innen schilderten, dass körperliche Veränderungen, wie z.B. Narben, aber auch weitere Einschränkungen, wie z.B. Erschöpfung und Schmerzen infolge der Therapien das Erleben von Nähe und Intimität beeinflussten. Die körperlichen Veränderungen gingen teilweise mit Unsicherheiten, Schamgefühlen oder der Sorge einher, nicht mehr attraktiv zu sein, was dazu führen konnte, dass Nähe vermieden oder als belastend erlebt wurde. Einzelne Interviewpartner*innen beschrieben in diesem Zusammenhang auch eine emotionale Distanz oder Zurückhaltung gegenüber ihren Partner*innen. In solchen Phasen erwiesen sich offene Gespräche über Ängste, Bedürfnisse und persönliche Grenzen als unterstützend und entlastend.

Zugleich berichteten einige Interviewpartner*innen, dass sich Intimität im Verlauf der Erkrankung neu gestaltete: weg von körperlicher Nähe hin zu Formen von emotionaler Verbundenheit, gegenseitiger Fürsorge und einem vertieften Gefühl von Zusammenhalt. Diese veränderte Intimität wurde von manchen als bereichernd und stabilisierend für die Beziehung erlebt.

Daniela Steffens hatte überall Schmerzen und erlebte Trockenheit im Vaginalbereich, sodass ihr Ehemann und sie ihr Sexualleben anpassten.

Martina Wenzel hat ihren Frieden damit gemacht, dass sich die Intimität mit ihrem Mann verändert hat.

Petra Zeller lernte mit der Zeit, über Schwierigkeiten hinsichtlich Intimität zu sprechen.

Für die meisten Interviewpartner*innen spielte die alltägliche Unterstützung durch ihre Partner*innen eine zentrale Rolle. Auch die Hilfe bei der Wundversorgung oder Kontrolle von Körperstellen beschrieben einige als sehr wertvoll.

Christa Riedels Ehemann wurde die Wundversorgung erklärt.

Kai Fritz' Frau hilft ihm, seine Haut zu kontrollieren.

Angelika Schüler schätzt die Unterstützung ihres Mannes sehr.

Unsere Interviewpartner*innen beschrieben, wie entscheidend die Hilfe ihrer Partner*innen für ihre emotionale Stabilität und die Bewältigung der Krankheit waren. Auch das Sprechen über die Erkrankung und den generellen Rückhalt durch eine andere Person empfanden viele als stärkend. Viele schilderten, dass die Beziehung durch die Krankheit und die gemeinsamen Herausforderungen noch inniger geworden sei.

Stefan Richter war seine Frau eine große Stütze.

Josef Ludwig und seine Ehefrau hat die Diagnose noch näher zusammengebracht.

Einige Interviewpartner*innen berichteten auch von Trennungserfahrungen im Zusammenhang mit der Erkrankung. Manche fühlten sich nicht ernst genommen oder allein gelassen.

Susanne Hoppe glaubt, dass der Hautkrebs zur Trennung beigetragen hat.

Nicole Hansens Partner zog sich nach der Diagnose mehr und mehr zurück.

Katharina Hofmanns Ehe ging infolge der Krebserkrankung zu Bruch.

Jennifer Zimmers Mann hat sie durch seine Bemerkungen sehr verletzt.

Viele unserer Interviewpartner*innen erzählten, dass nicht nur sie mit der Erkrankung und deren Folgen belastet waren. Auch Partner*innen trugen Sorgen, Ängste und Verantwortung – ein Umstand, der die Beziehung zusätzlich belasten konnte. Manche Interviewpartner*innen mussten lernen, Aufgaben abzugeben oder veränderte Rollen in Partnerschaft und Familie anzunehmen, was häufig mit Kontrollverlust oder ambivalenten Gefühlen verbunden war.

Der Krebs war eine Herausforderung für Peter Seifert und seine Frau.

Heike Sommer vermutete, dass ihr Mann große Angst um sie hatte.

Elisabeth Krug machte sich große Sorgen um ihren Mann.

Susanne Huber musste lernen, Verantwortung abzugeben, was ihre Beziehung gestärkt hat.