Sprechen über Krebs

Unsere Interviewpartner*innen berichteten, wie unterschiedlich sie Gespräche über ihre Krebserkrankung führten und erlebten. Für einige war es nicht selbstverständlich, ihre Erkrankung offen anzusprechen, sei es im nahen oder im entfernteren sozialen Umfeld. Manche schilderten, dass sie die Erkrankung nicht zum Thema machten, weil sie dachten, dass sie das Umfeld überfordern oder Angehörige nicht belasten wollten (siehe auch "Kinder und Familie" und "Reaktionen aus Freundeskreis und Gesellschaft").

Elisabeth Krug redet nicht gerne über ihre Krebserkrankung.

Kai Fritz konnte zu Beginn nicht viel über seine Krankheit reden.

Heike Sommer möchte ihr Umfeld nicht mit ihrer Krankheit belasten.

Einige Interviewpartner*innen erlebten konkrete Reaktionen im sozialen Umfeld. Sie schilderten, dass diese ihre weitere Kommunikation über die Krebserkrankung beeinflussten, indem sie beispielsweise vorsichtiger wurden. Manche konnten nur mit ausgewählten Personen sprechen, die auch an Krebs erkrankt waren.

Bettina Wetzel spricht weniger über den Krebs, weil ihre Erfahrungen sie enttäuschten.

Ute Pfeifer erlebte eine unsensible Reaktion, als sie einer Freundin vor ihrer Hautkrebsdiagnose erzählte.

Angelika Schüler konnte ihre Ängste mit einer Kollegin teilen, die an Brustkrebs erkrankt war.

Manche hatten auch nicht das Bedürfnis, über die Krankheit zu sprechen oder wollten ihr wenig Raum geben. Gleichzeitig äußerten viele den Wunsch nach mehr Offenheit seitens ihres Umfelds, im Sinne eines weniger zurückhaltenden und tabuisierenden Umgangs mit der Erkrankung sowie nach mehr Raum für Gespräche, ohne diesen aktiv einfordern zu müssen.

Susanne Hoppe hat den Krebs kaum von sich aus thematisiert.

Petra Zeller möchte nicht mehr ständig über Krankheit sprechen.

Die Interviewpartner*innen, die einen offenen Umgang mit der Krebserkrankung hatten oder im Laufe der Zeit entwickelt haben, erlebten das Sprechen über den Krebs als entlastend. Besonders innerhalb der Familie und im nahen Umfeld fanden bei vielen Befragten Gespräche über die Erkrankung statt.

Dirk Winter hat es sehr geholfen, mit seinem Umfeld über den Krebs zu sprechen.

Anja Walter hat den Krebs bei der Arbeit thematisiert, weil es keine schlechte Prognose gab.

Bei Susanne Huber ist Krebs generell in der Familie immer wieder ein Thema.

Einige Interviewpartner*innen berichteten, dass sie den Krebs teils anlassbedingt thematisieren, etwa im Zusammenhang mit medizinischen Terminen, körperlichen Veränderungen oder akuten Belastungssituationen.

Für Wolfgang Berg ist die Verwendung einer Salbe vor der Behandlung wiederkehrend Anlass, den Krebs in der Familie anzusprechen.

Martina Wenzel sah aufgrund der Einschränkungen und Folgen im Alltag die Notwendigkeit, ihren Krebs zu kommunizieren.

Viele Interviewpartner*innen schilderten, dass sich auch das Sprechen über ihre Krebserkrankung im Zeitverlauf veränderte: Während die Erkrankung in bestimmten Phasen stark präsent war, trat sie in anderen Lebensabschnitten in den Hintergrund und wurde seltener thematisiert. Viele Interviewpartner*innen berichteten, dass das Reden über die Erkrankung ihnen generell bei der persönlichen Bewältigung half, aber auch Beziehungen stärkte.

Laura Ullrich erzählte Vieles von sich aus, um ihren Mitmenschen den Umgang zu erleichtern.

Jutta Döring spricht offen über ihre Krebserkrankung, um Gerüchten vorzubeugen.

Einige Interviewpartner*innen erzählten, dass sie ihre Erkrankung bewusst zum Thema machten, um aufzuklären und anderen Betroffenen zu helfen.

Andreas Engels spricht offen über die Erkrankung, um aufzuklären.

Jasmin Naumann möchte ein Leuchtturm für andere sein, indem sie über den Krebs spricht.