Leben mit Rezidiven und Metastasen

Alle Interviewpartner*innen gingen nach der Behandlung des Hautkrebses regelmäßig zu Kontrolluntersuchungen. Wie engmaschig diese erfolgten, hing von der Art des Hautkrebses ab. Sie finden in der Regel in den ersten Jahren nach Diagnose alle drei bis sechs Monate statt, später jährlich. Während beim schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom) häufiger Metastasen – also Tochtergeschwülste in anderen Körperregionen – auftreten können, kommt es beim weißen Hautkrebs seltener zu Metastasen, jedoch häufiger zu Rezidiven, also einem Wiederauftreten des Tumors an der gleichen oder einer nahegelegenen Stelle.

Besonders unsere Interviewpartner*innen, die bereits Erfahrungen mit Metastasen oder Rezidiven gemacht haben, schilderten, dass sie ihre Haut und Veränderungen sehr aufmerksam beobachteten. Diese erhöhte Aufmerksamkeit beschrieben sie teils als beruhigend, teils aber auch als belastend, da sie mit anhaltender Unsicherheit und Sorge vor einem erneuten Fortschreiten der Erkrankung einherging.

Einige Interviewpartnerinnen mit malignem Melanom schilderten, dass sie neue Veränderungen, Schmerzen oder kleine Knoten selbst bemerkten, während bei anderen Metastasen erst Jahre nach der Erstdiagnose im Rahmen der Nachsorge entdeckt wurden. Die erneute Diagnose wurde von den Betroffenen als einschneidendes Erlebnis beschrieben, das häufig mit Angst, Verunsicherung oder auch einem Gefühl des Ausgeliefertseins verbunden war. Zugleich berichteten Interviewpartnerinnen, dass ihnen die regelmäßigen Kontrolluntersuchungen, das Vertrauen in die medizinische Betreuung sowie Gespräche mit nahestehenden Personen halfen, mit dieser Situation umzugehen.

Daniela Steffens spürte in der Schwangerschaft plötzlich eine Stelle in der Leiste, die rasant größer wurde.

Katharina Hofmann war kurz davor, dass die Nachsorge in größeren Abständen erfolgte, als sie einen Knoten spürte.

Bei Elke Gruber waren einige Jahre nach Erstdiagnose die Tumormarker erhöht, was zu weiteren Untersuchungen führte.

Unsere Interviewpartner*innen mit weißem Hautkrebs schilderten, dass die ständigen Rezidive und wiederholten Operationen ihren Alltag prägen und kontinuierliche Entscheidungen über Kontroll- und Behandlungsmaßnahmen fordern.

Bernd Ziegler hat in regelmäßigen Abständen Plattenepithelkarzinome in einem ähnlichen Bereich am Kopf.

Susanne Hoppe hatte sowohl schwarzen als auch weißen Hautkrebs schon mehrere Male.

Angelika Schüler denkt viel darüber nach, ob sie die ständig auftretenden Rezidive weiter operieren lässt, weil die Beschwerden im Nachgang so stark sind.

Häufig wurden bei einem Verdacht oder Nachweis von Metastasen des malignen Melanoms oft die Lymphknoten vollständig entfernt – darunter auch der sogenannte Wächterlymphknoten (Sentinel-Lymphknoten), der als erster Lymphknoten im Abflussgebiet eines Tumors Hinweise auf eine mögliche Streuung geben kann. Unsere Interviewpartner*innen berichteten von Metastasen in unterschiedlichen Organen, unter anderem im Gehirn, in der Leber oder in der Lunge. Neue oder zusätzliche Therapien waren oft mit Belastung, Unsicherheit und Angst verbunden – aber auch mit dem Wunsch, aktiv etwas gegen die Erkrankung zu tun. Bei vielen Interviewpartner*innen traten wiederholt Metastasen und Rezidive auf, was häufig auch die Auseinandersetzung mit der eigenen Endlichkeit anstieß.

Laura Ullrich wurde aufgrund zahlreicher Metastasen ins Endstadium eingestuft.

Bei Heike Sommer wurden die Metastasen durch verschiedene Therapien behandelt.

Kerstin Moser war geschockt, als bei ihr Hirnmetastasen diagnostiziert wurden.

Manche Interviewpartner*innen erzählten, dass bei ihnen weiterhin Metastasen vorhanden seien, die aber nicht wachsen und engmaschig kontrolliert werden. Es gab auch Interviewpartner*innen, bei denen unsicher war, ob die Metastasen noch vorhanden sind, da beispielsweise kleine Schatten sichtbar waren, die aber nicht zwingend als Metastasen identifiziert werden konnten.

Jennifer Zimmer hat bestehende Metastasen in der Leber, die sich jedoch nicht vergrößern.