Ängste, Sorgen und Unsicherheiten
In den Erzählungen unserer Interviewpartner*innen werden die Phasen des Wartens auf Untersuchungsergebnisse, Diagnosen und Behandlungsentscheidungen als Zeiten erinnert, die von Ängsten und Sorgen geprägt waren. Einige Interviewpartner*innen berichteten, wie sehr wiederkehrende Operationen und Untersuchungen ihre Stimmung belasteten. Die ständige Unsicherheit über neue auffällige Hautstellen oder neue Befunde nach Kontrollterminen löste vor allem bei den Interviewpartner*innen mit malignem Melanom Angst aus. Diese Angst führte bei manchen auch dazu, dass sie ihrer Arbeit zeitweise nicht nachgehen konnten. Ablenkung durch Familie und Freund*innen empfanden viele als unterstützend im Umgang mit dieser Angst.
Unsere Interviewpartner*innen erzählten von unterschiedlichen Wegen, um mit ihrer Unsicherheit umzugehen. Kontrolluntersuchungen und psychologische Unterstützung halfen vielen beispielsweise dabei, ihre Sorgen zu verringern.
Thomas Kellner konnte seiner Unsicherheit durch Kontrolluntersuchungen beseitigen.
Andere Interviewpartner*innen berichteten, dass die Ungewissheit darüber, wie sich die Erkrankung entwickelt, belastend war. Diese bezogen sie beispielsweise auf die Wirkung der Therapie und ihre Zukunftsplanung. Auch die Angst, zu sterben, beschäftigte vor allem einige Interviewpartner*innen mit malignen Melanomen und Metastasen. Manche erzählten, dass ihnen das Gespräch mit den behandelnden Ärzt*innen dabei half, diese Unsicherheiten zu reduzieren, ebenso die Unterstützung und Ablenkung durch Familie und Freund*innen.
Kerstin Moser fühlte sich durch die fehlende Planungssicherheit sehr eingeschränkt.
Hans Thiele macht sich Gedanken, wie es weitergeht.
Viele Interviewpartner*innen erzählten, wie die Krankheit sich auch auf das soziale Leben auswirkte. Veränderungen im sozialen Umfeld sowie belastende Reaktionen anderer Menschen führten dazu, dass sich einige nicht verstanden oder ausreichend unterstützt fühlten. Manche beschrieben das Gefühl, aus dem „normalen“ Leben herausgerissen zu sein. Gleichzeitig erzählten viele Interviewpartner*innen, dass sie im Laufe der Zeit individuelle Wege des Umgangs mit der Erkrankung und ihren Folgen gefunden haben.
