Terminkoordination und Untersuchungen
Bei allen Interviewpartner*innen hat die Hautkrebsdiagnose ebenso wie die Erkrankung im Verlauf eine Vielzahl an Untersuchungen und Terminen mit sich gebracht. Viele berichteten, dass die Untersuchungen – wie MRT, CT, PET-CT, Blutkontrollen, Ultraschall oder Hautkontrollen – an sich unangenehm oder schmerzhaft, aber auch zeitintensiv, anstrengend und nervig waren.
Das Ganzkörper-Screening war für Susanne Huber zu Beginn noch befremdlich.
Für Katharina Hofmann war die Blutentnahme sehr belastend.
Kai Fritz fühlte sich mehr durch die Termine eingeschränkt, als durch den Krebs.
Gleichzeitig wurden die Untersuchungen von vielen Interviewpartner*innen als notwendiger Bestandteil für eine erfolgreiche Behandlung verstanden. Sie dienen dazu, Klarheit über den Krankheitsverlauf zu gewinnen und rechtzeitig handeln zu können. Mehrere Interviewpartner*innen beschrieben, dass ihnen die regelmäßigen Kontrollen – trotz aller Anstrengung – auch Sicherheit gaben. Die meisten Interviewpartner*innen wurden an spezielle Hautkliniken oder Universitätskliniken überwiesen, wo die Diagnostik und Behandlung leitliniengerecht durchgeführt wurde.
Stefan Richter durchlief verschiedene Untersuchungen, um das Stadium des Tumors einzustufen.
Petra Zeller hat sich an die Untersuchungen gewöhnt.
Susanne Hoppe musste für die ganzen Untersuchungen zwei Wochen im Krankenhaus bleiben.
Bei Josef Ludwig haben Studierende die Visite in der Klinik begleitet.
Unsere Interviewpartner*innen erzählten, dass manchmal ihre behandelnden Ärzt*innen die Organisation der Termine in den unterschiedlichen Fachbereichen übernahmen. Einige Interviewpartner*innen organisierten und koordinierten diese auch selbst.
Heike Sommer wurde in ihrer Klinik beim Organisieren der Termine unterstützt.
Viele Interviewpartner*innen waren im Prozess der Terminkoordination und auch bei den Terminen selbst mit langen Wartezeiten konfrontiert. Die Termine und Untersuchungen gingen zudem bei einigen mit Angst vor den Ergebnissen einer. Mehrere Interviewpartner*innen beschrieben jedoch auch, dass sie im Laufe der Zeit Strategien entwickelten, um mit dieser Ungewissheit umzugehen – etwa indem sie sich bewusst ablenkten, Gespräche suchten oder feste Routinen beibehielten.
Thomas Kellner war erschrocken über die monatelangen Wartezeiten für hautärztliche Termine.
Nicole Hansen hat durch die Hautkrebserkrankung das Warten gelernt.
Manfred Drescher störten die langen Wartezeiten im Kontext des Screenings.
Wenn das medizinische Personal die Abläufe der Untersuchungen ausführlich erklärte und unsere Interviewpartner*innen informierte, fühlten sie sich meist entspannter. Auch die Anwesenheit von Partner*innen oder anderen vertrauten Personen sorgte für Entspannung und zusätzlichen Halt bei den Betroffenen. Darüber hinaus schilderten viele, dass sie auf die Hilfe vertrauter Personen bauen konnten, wenn es um die Fahrt zu Untersuchungen und Behandlungen ging, aber auch bei der Terminkoordination und Informationssuche. Manche wollten ihrer Familie nicht zur Last fallen und fuhren alleine zu Untersuchungen oder nutzten Scheine für Taxifahrten.
Peter Seifert gestaltete seine Termine unterschiedlich und erhielt dabei familiäre Unterstützung.
Bei einer Lungenpunktion hat Bettina Wetzels Sohn sie begleitet.
Claudia Jansens Tochter hat ihr Vieles aus der Hand genommen.
Die Begleitung durch ihren Mann beruhigt Angelika Schüler immer sehr.
Viele Interviewpartner*innen berichteten schließlich rückblickend, dass sie mit der Zeit einen Umgang mit Untersuchungen und Terminen gefunden haben. Manche entwickelten mehr Gelassenheit im Warten, andere lernten, Hilfe anzunehmen oder ihre Bedürfnisse klarer zu äußern (siehe auch "Persönlicher Umgang und innere Haltung"). Gute Aufklärung, verlässliche Ansprechpartner*innen und unterstützende Angehörige machten für viele einen entscheidenden Unterschied. Auch wenn der Wechsel zwischen Anspannung vor dem Termin und Erleichterung nach einem guten Befund für viele über Jahre hinweg zum Alltag gehörte, wuchs bei einigen mit jeder unauffälligen Kontrolle das Vertrauen in den eigenen Weg (siehe auch "Nachsorge und Kontrollen").
