Nachsorge und Kontrollen

Nachsorge und Kontrolluntersuchungen nach einer Hautkrebsdiagnose sind von großer Bedeutung, um frühzeitig Veränderungen, Rezidive (Wiederauftreten von Tumoren) oder Metastasen (Ausbreitung von Tumoren in umliegendes Gewebe und andere Organe) zu erkennen und die Therapie entsprechend anzupassen.

Viele Interviewpartner*innen berichteten, dass sie abhängig von ihrem Risikostatus regelmäßig zu unterschiedlichen Untersuchungen gingen. Dazu gehörten regelmäßige Hautkontrollen sowie Ultraschall- oder bildgebende Verfahren bei erhöhtem Risiko oder Auffälligkeiten. Die Nachsorge unterscheidet sich dabei je nach Hautkrebsart: Beim weißen Hautkrebs erfolgen die Kontrollen in der Regel mindestens jährlich, beim Plattenepithelkarzinom kurz nach der Diagnose auch häufiger (weitere Informationen finden Sie hier). Beim schwarzen Hautkrebs beginnen die Kontrollen in den ersten drei Jahren nach der Diagnose meist vierteljährlich, bevor sich die Intervalle später verlängern (weitere Informationen finden Sie hier).

Unsere Interviewpartner*innen berichteten, dass mit den regelmäßigen Kontrollen im Rahmen der medizinischen Nachsorge ein neuer Lebensabschnitt begann. Dieser war mit Unsicherheit und Ängsten vor Rezidiven und Metastasen verbunden, zumal die Untersuchungen für einige anstrengend und belastend waren.

Andreas Engels berichtete von der bleibenden Angst im Kontext der Nachsorge.

Kerstin Moser beschrieb das Auf und Ab der Gefühle im Kontext der Nachsorge.

Für Susanne Huber gehörte der Hautkrebs zum Leben dazu, aber sie war froh, nach zwölf Jahren nicht mehr jedes halbe Jahr zur Nachsorge zu müssen.

Vielen gaben die Nachsorge sowie das eigenständige Beobachten der Haut zugleich auch Sicherheit. Einigen schilderten zudem, dass sie mit der Zeit die Einstellung entwickelten, ihr Leben nicht von Krankheit und Kontrollterminen bestimmen zu lassen.

Thomas Kellner berichtete, dass er seine Haut sorgfältig beobachtet.

Claudia Jansen entwickelte mit der Zeit die Haltung, ihre Leben nicht vom Krebs bestimmen zu lassen.

Elisabeth Krug gaben die Kontrolluntersuchungen Hoffnung.

Viele Interviewpartnerinnen passten ihren Alltag aktiv an die Nachsorge an, sie gehörte für sie nun zum Leben dazu. Einige berichteten, dass es in der Folge herausfordernd war, wenn sich die Abstände zwischen den Untersuchungen im Laufe der Zeit verlängerten. Sie beschrieben, wie dankbar sie waren, wenn ihre Ärzt*innen sie ermutigten, bei Unsicherheit und Auffälligkeiten auch außerhalb der regulären Nahsorgetermine zu kommen.

Stefan Richter konnte nicht direkt realisieren, dass sich die Nachsorgeintervalle für ihn vergrößerten.

Josef Ludwig wurde von seinen behandelnden Ärzt*innen ermutigt, bei Veränderungen auch außerhalb der üblichen Nachsorge zu kommen.

Jasmin Naumann hatte Kontrolltermine engmaschig und gönnte sich bewusst sowohl Kontroll- als auch Behandlungspausen von ihrer Gorlin-Goltz-Erkrankung.

Petra Zeller ist dankbar, dass ihr Hautarzt ihr häufiger Kontrolluntersuchungen ermöglicht.

Einige Interviewpartner*innen berichteten, dass es sich sehr schwierig gestaltete, Termine bei Hautärzt*innen zu erhalten. Zudem waren manche bereit, Hautkontrollen selbst zu zahlen, wenn diese nach Leitlinien nicht mehr vorgesehen waren, um auf der sicheren Seite zu sein (siehe auch "Erfahrungen in der Gesundheitsversorgung").

Sebastian Mertens betonte, wie schwierig es ist, in der Dermatologie Termine zu bekommen.

Bei Heike Sommer sind die Nachsorge-Intervalle größer, als sie eigentlich nach Leitlinie sein sollten.

Martina Wenzel hat ihre Haut selbst sehr intensiv beobachtet, nachdem die Nachsorgeintervalle größer wurden.

Jürgen Glaser ist hartnäckig, wenn es um Termine bei seinem Hautarzt geht.