Ute Pfeifer machte sich Gedanken, ob sie der OP mit ihrem heutigen Wissen auch zugestimmt hätte.
Ich überlege manchmal, ob ich mit meinem heutigen Wissen diese OP überhaupt machen würde. Aber ich weiß es nicht, letztendlich, ich mein, man wird ja da rein gestoßen und man ist ja von heute auf morgen in der Klinik und macht das, was die sagen. Ich habe in der Reha einen Mitpatienten auch mit Melanom kennengelernt. Das war ganz fies. Der hatte das im Mundbereich, das war ganz schrecklich. Also innerlich irgendwie, auch heftige OPs gehabt. Und der hat zu mir gesagt, als wir uns ausgetauscht haben, "Man macht doch heute gar nicht mehr dieses große Rausschneiden, das ist doch längst vorbei." Genau wie man halt zwei Jahre später sagt: "Ja, dieses Interferon gibt man gar nicht mehr." Oder ich überlege mit der Schulter, das wäre viel leichter. Es war ein kleines Ding. Ich konnte mir dann Pflaster draufkleben. Das wäre im Nu verheilt gewesen. Also es war ja im Gesunden rausgeschnitten. Das war es. Also das würde ich überlegen, ob ich sagen würde: "Komm, wenn noch mal was ist, Doktor, sei so gut, schneide es wieder so gut raus“ und würde das vielleicht lassen. Wie gesagt, ich lasse da mir selber immer eine Hintertür auf. Ich traue mir letztendlich nicht über den Weg, was ich in einer konkreten Situation tatsächlich machen würde. Ich würde mich nicht festlegen und sagen: „Das will ich auf keinen Fall tun.“ Das tue ich auch nicht. Aber das wäre eine Überlegung, weil das war ein sehr schmerzlicher Weg, der bis heute Folgen für mich hat. Wobei die minimal sind im Vergleich zu vielen anderen. Also ich würde zumindest darüber nachdenken. Heute.
