Die Erfahrungen von Ute Pfeifer

Portrait Ute Pfeifer ist zum Zeitpunkt des Interviews 67 Jahre alt. Sie ist verwitwet und lebt allein. Im Dezember 2016 wurde bei ihr ein noduläres amelanotisches Melanom an der linken Schulter festgestellt. Sie wurde operiert und es wurde ein Wächterlymphknoten entfernt. Es dauerte ein halbes Jahr, bis die Wunde verheilt war. Ute Pfeifer hat sich im Anschluss umfangreich informiert und eine lokale sowie Ganzkörperhyperthermie-Behandlung in einer speziellen Klinik wahrgenommen, in der sie sich auch menschlich und psychologisch unterstützt fühlte. Ebenso Physiotherapie und ein Rehabilitationsaufenthalt halfen ihr zudem bei der Genesung. Heute befindet sich Ute Pfeifer im achten Jahr nach ihrer Diagnose. Eine gesunde Ernährung und ein ausgeglichenes Selbst geben ihr Kraft, ebenso ihr Glaube.

2016 stellte Ute Pfeifer einen erhabenen Leberfleck auf der linken Schulter fest, der nach einiger Zeit abfiel. Als an derselben Stelle dann ein andersfarbiger Leberfleck auftauchte, stellte sie sich zum Ende des Jahres beim Hautarzt damit vor, der diesen sofort entfernte und einschickte. Ein Melanom wurde nachgewiesen. Ute Pfeifer stellte sich im Krankenhaus vor und wurde auf mögliche Metastasen untersucht. Der Tumorbereich wurde mit Sicherheitsabstand nachgeschnitten und ein Wächterlymphknoten entfernt. Die große Wunde verheilte nur langsam, da die Stelle an der Schulter häufig bewegt wurde und häufig mit Kleidung in Kontakt trat.

Nach der Operation lehnte Ute Pfeifer eine Interferon-Therapie aufgrund der erwarteten Nebenwirkungen ab. Es gab zu dem Zeitpunkt keine andere Behandlungsmöglichkeit, da die neue Immuntherapie noch nicht zugelassen war. Ute Pfeifer entschied sich für eine Hyperthermie-Behandlung in einer anderen Klinik, die komplementäre Ansätze in ihr Behandlungskonzept integrierte. Fünf Jahre nahm sie dort lokale Hyperthermien sowie Ganzkörperhyperthermien, eine Art der Wärmebehandlung, in Anspruch. Das Personal in dieser Klinik baute Ute Pfeifer auf und sie fühlte sich dort sehr gut betreut. Zuvor nahm sie die Kommunikation mit dem Fachpersonal und auch die Organisation und Kooperation verschiedener Fachrichtungen als problematisch wahr. Sie sagt, dass das mangelnde Verständnis für alternative Behandlungsmethoden enttäuschend war und dass sie sich hier mehr Freiraum für individuelle Vorstellungen sowie Aufklärung wünschte.

Bis zu fünf Jahre nach der Diagnose ging Ute Pfeifer jährlich zur Nachsorge in Form von MRT und CT, heute genügen zwei Hautuntersuchungen im Jahr. Ute Pfeifer achtete u. a. aufgrund von Darmproblemen im Kindesalter schon immer auf eine vollwertige Ernährung. Diese sowie regelmäßige Bewegung und Zeit in der Natur geben ihr ein gutes und gesundes Gefühl. Weiterhin schöpft Ute Pfeifer Kraft aus ihrem Engagement und der Leitung einer Selbsthilfegruppe sowie aus ihrem Glauben. Ute Pfeifer hatte schon immer einen hellen Hauttyp, viele Sommersprossen und war als Kind rotblond. Ihre Eltern achteten daher besonders auf ihren Sonnenschutz. Diesen führte Ute Pfeifer im Erwachsenenalter weiter und entwickelte ein gutes Gefühl für ihren Körper und dafür, was ihre Haut verträgt.

Ihre beiden Töchter sowie das nahe familiäre und freundschaftliche Umfeld waren Ute Pfeifer immer eine wesentliche Unterstützung, auch wenn das Thema Krebs ängstliche Reaktionen ausgelöst hat. Sie hat schnell gemerkt, wer im Freundes- und Familienkreis belastbar ist, wer sich von ihr distanziert hat und bei wem sie sich mit ihren Emotionen sicher fühlt. Psychologische Unterstützung half ihr in diesem Prozess. Ute Pfeifer ist es wichtig, dass die Sonne nicht als Feind betrachtet wird, sondern empfindet einen ausgeglichenen und gesunden Umgang mit ihr als wichtig. Sie schätzt es, dem Leben mit Leichtigkeit zu begegnen, dankbar zu sein und das Leben mit seinen Liebsten zu feiern.  

Das Interview wurde im August 2024 geführt.


Alle Interviewausschnitte von Ute Pfeifer