Bewegung und Ernährung im Krankheitskontext

Bewegung und Ernährung spielen für unsere Interviewpartner*innen eine wichtige Rolle in der Begleitung und Nachbehandlung ihres Hautkrebses, etwa durch die Stärkung des Immunsystems und verbesserte Fitness und psychische Balance. Unsere Interviewpartner*innen sprachen davon, wie sie damit versuchten, die Wirkungen der medizinischen Behandlungen zu unterstützen oder zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern.

Bewegung

Unsere Interviewpartner*innen berichteten, wie bedeutsam Bewegung für ihr Wohlbefinden war. Sie schilderten, dass körperliche Aktivität ihre Fitness förderte, Stress reduzierte, die Stimmung stabilisierte und ihr allgemeines Lebensgefühl stärkte (siehe auch "Ausgleich und Kraftquellen"). So beschrieben viele, dass sie sportliche Aktivitäten und Bewegung als Chance sahen, Kraft zurückzugewinnen oder für zukünftige Herausforderungen aufzubauen.

Susanne Hoppe nutzte das Fahrradfahren, um ihre Kraft wiederzufinden.

Monika Bender machte sich fit für das, was noch kommt.

Ute Pfeifer lernte Qigong nach einem Beratungsgespräch beim Kneippverein kennen und dies half ihr sehr in Kombination mit Reha-Sport.

Viele ordneten Bewegung bewusst als Teil ihrer Krankheitsbewältigung ein: Sie half ihnen, die Stimmung positive zu beeinflussen, ein Gefühl von Selbstwirksamkeit zurückzugewinnen und Ängste zu mildern. Einige beschrieben, dass sie sich vornahmen, Bewegung in verschiedenen Formaten zu testen, andere erzählten, wie Sport und Bewegung ihnen bereits dabei half, mit ihrer Unruhe umzugehen.

Kai Fritz hat eine Anschlussheilbehandlung beantragt, um dort wieder mit dem Walking anzufangen und andere Angebote auszuprobieren.

Thomas Kellner fand im Sport einen Weg, mit seiner Unruhe umzugehen.

Zugleich äußerten insbesondere unsere Interviewpartner*innen mit malignem Melanom, die körperliche Einschränkungen infolge der Therapie erlebten, dass Bewegung für sie mit einem erheblichen Kraftaufwand verbunden war. Diesem waren sie je nach individueller gesundheitlicher Situation in unterschiedlichem Maß gewachsen (siehe auch "Auswirkungen auf den Alltag"). Bewegung wurde von ihnen als etwas beschrieben, das im Krankheitsverlauf immer wieder angepasst werden musste: Sie begannen langsam, tasteten sich heran und erweiterten ihre Aktivitäten nur so, wie es sich körperlich möglich anfühlte. Um aktiv zu bleiben, griffen sie auch auf sanfte Bewegungsformen wie Qi Gong, kürzere Einheiten oder gezielte Rehabilitationsangebote wie Wassergymnastik zurück.

Laura Ullrich hat tolle Trainer*innen im Fitnessstudio, die ihr geholfen haben einen Trainingsplan für gute und einen für schlechtere Tage zu erstellen.

Jennifer Zimmer hat schrittweise durch kleine Bewegungseinheiten wieder an Kraft gewonnen.

Ernährung

Ernährung wurde von unseren Interviewpartner*innen genutzt, um ihren Behandlungs- und Heilungsprozess zu unterstützen.  Einige Interviewpartner*innen berichteten, dass sie ihre Ernährungsgewohnheiten verändert haben, beispielsweise zur Unterstützung der Genesung und zur Vorbeugung weiterer Erkrankungen, Progressionen oder Rezidive. Sie nannten in diesem Kontext vor allem eine Ernährungsweise mit entzündungshemmenden Lebensmitteln und Gewürzen wie Nüssen, Fisch, Kurkuma und Ingwer sowie eine reichhaltige Versorgung mit Obst und Gemüse. Zudem nutzten viele auch Nahrungsergänzungsmittel, wie z.B. unterschiedliche Vitamine.

Nicole Hansen hat ihre Ernährung nach der Hautkrebsdiagnose umgestellt.

Kai Fritz möchte durch eine ballaststoffreiche Ernährung die Therapiewirkung unterstützen.

Angelika Schüler versucht, sich ausgewogen zu ernähren.

Gleichzeitig fiel es manchen schwer, auf bestimmte „ungesunde“ Lebensmittel, wie z.B. Süßigkeiten und Kuchen zu verzichten. Manche Interviewpartner*innen betonten zudem, dass sie sich nicht alles vom Krebs nehmen ließen, indem sie sich auch mal ungesunde Lebensmittel „gönnten“.

Jennifer Zimmer versuchte gesünder zu essen, aber unter der Einnahme von Kortison fiel es ihr schwer.

Wolfgang Berg legt Wert auf gesunde Ernährung, möchte sich vom Krebs aber nicht alles nehmen lassen.

Dirk Winter hat nach der Diagnose versucht, gesünder zu leben.

Einzelne Interviewpartner*innen erzählten, dass die Erkrankung auch eine Veränderung von Gewohnheiten bedeutete, die zuvor Teil ihres sozialen Lebens waren. Der Verzicht auf Alkohol veränderte beispielsweise das Partyleben einer Interviewpartnerin. Eine andere Interviewpartnerin änderte bewusst auch ihr generelles Konsumverhalten.

Laura Ullrich trinkt seit Auftritt von Metastasen in der Leber keinen Alkohol mehr, was auch ihr Partyleben und andere soziale Events für sie verändert hat.

Susanne Huber hat neben ihrer Ernährung auch ihren weiteren Konsum an Kosmetik umgestellt sowie Nahrungsergänzungsmittel eingenommen.

Manche unserer Interviewpartner*innen mit malignem Melanom berichteten von Appetitlosigkeit während der systemischen Therapien und von Belastungen und Sorgen im Alltag, was sich auch auf ihr Essverhalten auswirkte. So beschrieben manche Interviewpartner*innen, wie schwer es ihnen fiel, genug Essen zu sich zu nehmen. Hilfreich war in diesem Kontext für einige das soziale Umfeld.

Elisabeth Krugs Mann hat ihr das Frühstück zubereitet, als sie keine Kraft hatte.