Auseinandersetzung mit Ursachen

Unsere Interviewpartner*innen berichteten, dass die Diagnose Hautkrebs sie dazu veranlasst hat, ihr persönliches Hautkrebsrisiko genauer zu reflektieren. Dabei variierte die Einschätzung der Risikofaktoren nur minimal zwischen den Hautkrebsformen. Vielen war vor der Diagnose bereits das Risiko bewusst. Sie erläuterten das Vorkommen verschiedener Risikofaktoren, wie eine helle Haut, rote oder blonde Haare, viele oder ungewöhnliche Muttermale und Leberflecke, Hautkrebs in der Familie oder eine geschwächte Immunabwehr.

Wolfgang Berg erzählte von der Erkrankung seines Halbbruders und seiner Familiengeschichte.

Genetische Faktoren spielten insbesondere bei den Personen mit malignem Melanom eine Rolle. Einige erwähnten die BRAF-Mutation, die das Zellwachstum beeinflusst. Die Auseinandersetzung mit diesen genetischen Risikofaktoren führte bei manchen zudem zu weiteren Fragen und Unsicherheiten, etwa in Bezug auf geeignete Vorsorge- und Schutzmaßnahmen sowie berufliche und soziale Entscheidungen. Eine jüngere Interviewpartnerin beschäftigte sich in diesem Kontext auch mit dem Thema Familienplanung. Beide Interviewpartnerinnen mit Gorlin-Goltz erzählten, dass auch andere Familienmitglieder daran erkrankt waren. Weiterhin schilderten viele Interviewpartner*innen mit weißem Hautkrebs, dass sie bereits Vorerkrankungen wie aktinische Keratosen hatten. Manche Interviewpartner*innen konnten nicht unmittelbar Risikofaktoren finden, weshalb sie sich aktiv in der Familie erkundigt hatten.

Andreas Engels hat wie sein Vater aktinische Keratose.

Daniela Steffens hat sich aktiv in ihrer Familie nach genetischen Faktoren erkundigt.

Darüber hinaus beschrieben einige Betroffene persönliche Lebensumstände, kritische Ereignisse und Vorgeschichten, die sie mit ihrer Erkrankung in Verbindung bringen. Dazu gehörten Sonnenbrände, die sie in ihrer Kindheit und Jugend erlebt hatten, aber auch Verlusterfahrungen.

Susanne Hoppe glaubt, dass die Trennung von ihrem Partner und der Verlust ihrer Arbeit in die Erkrankung hineingespielt haben.

Jutta Döring ist nach dem Tod ihres Mannes in ein Loch gefallen und hatte seitdem wiederkehrend gesundheitliche Probleme.

Zudem berichteten einige Interviewpartner*innen, dass sie im Vorfeld der Diagnose eine stressige Phase hatten und nicht ausschließen würden, dass diese die Hautkrebsentstehung bedingt hat. Ebenso den Verlauf der Erkrankung bringt eine Interviewpartnerin mit Gorlin-Gotz mit ihrem persönlichen Empfinden und der Stressbelastung in Verbindung.

Thomas Kellner kann sich vorstellen, dass die Hautkrebsdiagnose auch psychosomatische Hintergründe hat.

Jasmin Naumann hat Gorlin-Goltz und merkte, dass bei Stress immer mehr Basaliome wuchsen.

Für Claudia Jansen ist die Entstehung ihres Hautkrebses ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren.

Viele Interviewpartner*innen nahmen aufgrund ihres erhöhten Risikos regelmäßig Hautkrebsscreenings in Anspruch. Ebenso hatten viele bereits vor der Diagnose auffällige Hautstellen entfernen lassen, um potenziell gefährlichen Veränderungen frühzeitig zu begegnen.

Anja Walter nahm aufgrund ihres hellen Hauttyps regelmäßig die Hautkrebsvorsorge in Anspruch.

Jennifer Zimmer hatte bereits im Kindsalter viele Leberflecken und ging frühzeitig zur Hautkrebsvorsorge.

Es gab aber auch Interviewpartner*innen, die sich kaum erklären konnten, warum sie Hautkrebs bekommen hatten. Einige zerbrachen sich den Kopf über die Ursachen, während andere betonten, dass es jede Person treffen könnte.

Petra Zeller konnte den Hautkrebs keinem konkreten Risikofaktor zuordnen.

Kerstin Moser hat sich nicht gefragt, warum es sie getroffen hat, sondern vielmehr, warum nicht.

Angelika Schüler hat lange geraucht, aber weiß, dass das nicht die Ursache für den Hautkrebs sein muss.