Im Vorfeld der Diagnose

Unsere Interviewpartner*innen erzählten von unterschiedlichen Anzeichen und Verläufen im Vorfeld ihrer Hautkrebsdiagnose. Manche schilderten, dass sie aufgrund vieler Muttermale oder Leberflecke, wegen empfindlicher, heller Haut oder biografischer Risikofaktoren bereits regelmäßig bei Hautkontrollen waren, manchmal schon seit ihrer Jugend (weitere Informationen zum Hautkrebsscreening und zur Hautkrebsfrüherkennung finden Sie hier). Dabei wurden einige Hauttumoren durch ihre Hautärzt*innen zufällig entdeckt (siehe auch "Auseinandersetzung mit Ursachen").

Bei Susanne Huber war die Hautkrebsdiagnose ein Zufallsbefund. 

Wolfgang Berg hatte viele Pigmentierungen in den 90er Jahren und sein Hautarzt wurde bei einer Kontrolle auf einen verdächtigen Fleck aufmerksam.

Andere erzählten, dass sich vorher unscheinbare Muttermale oder Leberflecken sehr schnell veränderten. Umgangssprachlich werden die Begriffe Muttermal und Leberfleck häufig synonym verwendet. Beides sind dunkle, meist harmlose Hautveränderungen, die entarten können und in der Folge zu Hautkrebs werden. Sie sind jedoch fachlich durch kleine Unterschiede voneinander zu unterscheiden: Ein Muttermal, auch Nävus genannt, ist eine angeborene oder früh im Leben entstandene gutartige Wucherung pigmentbildender Zellen, die erhaben oder flach, unterschiedlich gefärbt und manchmal behaart sein kann. Ein Leberfleck, auch Lentigo genannt, ist in der Regel ein durch Sonnenexposition erworbener Pigmentfleck, meist flach, gleichmäßig hellbraun und kleiner als ein Muttermal.

Auch erlebten einige Interviewpartner*innen Hautauffälligkeiten, die ihre Farbe und Form veränderten, juckten und/oder bluteten. Daher äußerten viele, dass sie selbst aktiv und beim Arzt vorstellig wurden. Nicht immer wiesen die Befunde nach einer operativen Entfernung auffälliger Hautstellen bereits auf einen Hauttumor hin. Manche Interviewpartner*innen erhielten zunächst unauffällige Ergebnisse, nahmen im weiteren Verlauf aber neue Veränderungen wahr und suchten erneut ihre Hautärztin oder ihren Hautarzt auf. Einige machten sich zunächst keine weiteren Gedanken hinsichtlich Hautveränderungen, warteten ab und suchten beispielsweise auch erst auf Wunsch oder Drängen Angehöriger hautärztlichen Rat.

Christa Riedel entdeckte mit Hilfe ihres Mannes zwei komische Flecken auf dem Rücken und wurde nur aufgrund der Vorgeschichte ihrer Mutter mit hellem Hautkrebs hellhörig.

Der Mann von Martina Wenzel riet ihr, wegen einer leichten Erhebung (Knubbel) am Oberschenkel zum Hausarzt zu gehen.

Elisabeth Krug wurde bereits ein großer Leberfleck entfernt, nachdem ihr an derselben Stelle ein Jahr später eine hubbelige Stelle auffiel.

Ute Pfeifer hatte einen Leberfleck, der über eine längere Zeit Farbe und Form änderte.

Bei einigen Interviewpartner*innen dauerte es lange, bis eine endgültige Diagnose gestellt wurde. Dies überraschte und schockte folglich viele Interviewpartner*innen. Manchen fielen ganz neue Flecken auf. Bei diesen dachten viele, dass es sich um einen harmlosen Pickel, einen Mückenstich oder eine Warze handelte. Sie suchten Haus- oder Hautärzt*innen insbesondere auf, weil die Erscheinung nicht mehr wegging, weil sie die Stelle so „hässlich“ fanden oder sie stark juckte. Doch auch Fachpersonen schätzten die auffälligen Stellen bei vielen unserer Interviewpartner*innen als harmlos ein und schickten sie, manchmal mit einer Salbe, wieder nach Hause, ohne anderweitig aktiv zu werden.

Nicole Hansen wurde mit einem „Pickel“ zwei Mal von ihrer Hautärztin wieder weggeschickt.

Anja Walter dachte, sie hat einen Mückenstich und ist zum Hautarzt gegangen, der sie für eine Zweitmeinung ins Krankenhaus schickte.

Thomas Kellner entdeckte zufällig beim Yoga einen „Mückenstich“ und suchte einen Hausarzt auf, als dieser über mehrere Monate nicht wegging.