Ute Pfeifer erlebte eine unsensible Reaktion, als sie einer Freundin vor ihrer Hautkrebsdiagnose erzählte.
Ja, ich habe hauptsächlich die Menschen anders kennengelernt. Also so wie diese Freundin, die sagt: "Ach Gott, wir wollten doch noch so viel unternehmen." und wo ich denke, wie kann man so was Unsensibles sagen? Als allererste Antwort. Das hat mich schon traurig gemacht. Aber ich weiß, dass sie eine ängstliche Person ist. Es ist schon– Wie soll ich das sagen? Ich bin vorsichtiger geworden. Ich will gar nicht mehr sagen, wie viel ich Menschen zumute. Ich glaube, viele empfinden mich oft als Zumutung, weil ich eben auch unbequeme Sachen anspreche und das ist nicht so erwünscht. Also, ich sehe lieber den Sachen, was heißt klar ins Auge- So klar, wie es halt geht. Aber ich habe bestimmt auch meine Sachen, die ich wegschiebe, ich will mich da jetzt nicht so auf einen Sockel stellen. Aber ja, was ich gemerkt habe: Du kannst nicht immer Hilfe erwarten. So auch wenn Freunde sehr gute Freunde sind, eigentlich. Da sind immer auch mal Situationen, die man nicht so zumuten kann. Und ich kann mir schon vorstellen, wenn es in Richtung Sterben geht, dass das einsam wird. Das ist nach wie vor ein großes Tabuthema. Einfach oder auch mit chronischer Erkrankung.
