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Die Erfahrungen von Doris Michels

Portrait Doris Michels ist zum Zeitpunkt des Interviews im April 2021 59 Jahre alt. Sie ist selbstständig im heilmedizinischen Bereich tätig und lebt zusammen mit ihrem Mann in einem Haus in einer Großstadt. Im Dezember 2020 wurde Doris Michels positiv auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet. Zu Beginn der Erkrankung erlebte sie Magen-, Kopf- und Halsschmerzen, Husten und Fieber. Eine Woche nach positivem Testergebnis entwickelte sie eine Lungenentzündung und wurde stationär behandelt.

Vor ihrer Erkrankung mit COVID-19 fühlte sich Doris Michels nahezu unverwundbar und „chronisch gesund“, da sie beinahe nie erkrankte. Da sie im Bereich der Heilmedizin beruflich tätig ist, nahm sie die Pandemie sehr ernst und beachtete die Schutzmaßnahmen strikt, um ihre Klient*innen zu schützen.

Erste Symptome waren bei Doris Michels unerträgliche Magen- und Kopfschmerzen, die sie jedoch zunächst nicht mit einer COVID-19-Infektion in Verbindung brachte. Ein paar Tage später bekam sie außerdem Halsschmerzen, Husten und Fieber. Sie wurde bei ihrer Hausärztin auf das Coronavirus SARS-CoV-2 getestet und bekam einen QR-Code, mit dem sie das Ergebnis abrufen konnte. Als sie das positive Testergebnis auf ihr Smartphone bekam, konnte sie nicht recht glauben, an COVID-19 erkrankt zu sein. Lange grübelte sie, wie sie sich infiziert haben könnte und machte sich große Sorgen, jemanden angesteckt zu haben.

Der Zustand von Doris Michels verschlechterte sich und sie wurde eine Woche nach dem Erhalt des positiven Testergebnisses auf Anraten ihrer Hausärztin ins Krankenhaus eingeliefert. Dort wurde sie auf der Normalstation aufgrund einer Lungenentzündung behandelt. Aus der Zeit im Krankenhaus kann sie sich an vieles nicht mehr erinnern, außer, dass sie sehr erschöpft war. Nach einer Woche wurde Doris Michels aus dem Krankenhaus entlassen. Wieder nach Hause zu kommen war für sie auf der einen Seite eine Erlösung. Sie empfand das Teilen des Krankenhauszimmers mit einer Person, der es schlechter ging als ihr, als äußerst belastend, da sie dieser Person zu dem Zeitpunkt nicht beistehen konnte. Andererseits ging es ihr selbst immer noch schlecht und sie hatte das Gefühl nicht klar zu denken und nicht für sich sorgen zu können. Sie konnte kaum trinken und essen und verlor innerhalb kurzer Zeit viel Gewicht. Ihre Familie kümmerte und sorgte sich in dieser Zeit um sie. Nach einer Woche rief Doris Michels ihre Hausärztin an und vereinbarte einen Termin. Bei einer Blutuntersuchung stellte die Ärztin fest, dass die Marker für eine Lungenembolie erhöht waren und sie umgehend medikamentös weiterbehandelt werden musste. Dass Doris Michels dies selbst nicht bemerkt hatte, erschütterte ihr Körpervertrauen.

Mit „viel Disziplin und viel Übung " ging es Doris Michels fünf Monate nach der Erkrankung körperlich deutlich besser und sie konnte sich gut bewegen. Trotzdem fühlte sie sich zum Zeitpunkt des Interviews noch erschöpft. Sie hatte immer wieder Kopfschmerzen und außerdem Gedächtnis- und Konzentrationsprobleme. Doris Michels hatte ihre selbstständige Arbeit wieder aufgenommen, war aber in ihrer Leistungsfähigkeit noch eingeschränkt und kann deswegen nicht so viel arbeiten wie zuvor. Ihre Berufsgenossenschaft hatte ihr einen Reha-Manager zur Seite gestellt, der sie bei der Organisation der weiteren Behandlung und beim Wiedereinstieg in den Beruf unterstützte. Zudem wurde sie in ihrem Genesungsprozess von einer Psychologin unterstützt, die ihr ebenso durch die Berufsgenossenschaft vermittelt wurde. Beides empfand Doris Michels als hilfreiche Unterstützung.

 

Alle Interviewausschnitte von Doris Michels

Doris Michels war es egal, dass sie in Quarantäne war, da sie nur im Bett gelegen hat. Das Schlimmste an der Quarantäne war für sie die Sorge, ob sie jemanden angesteckt hat.

Doris Michels rät sich auf möglichst vielen Ebenen Unterstützung zu holen und solange einen Arzt zu suchen bis man sich ernst genommen fühlt.

Doris Michels wünscht sich, dass Angehörige die individuellen Bedürfnisse von Erkrankten wahrnehmen und respektieren.

Doris Michels beschreibt, wie belastend sie es empfand, sich mit einer anderen Patientin das Zimmer zu teilen, der es wesentlich schlechter ging als ihr.

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