Die Erfahrungen von Bernhard Kleinstück

Portrait Bernhard Kleinstück ist zum Zeitpunkt des Interviews 76 Jahre alt. Er ist verheiratet und hat eine erwachsene Tochter. Vor über zwanzig Jahren wurde bei ihm die Diagnose Darmkrebs gestellt. Bernhard Kleinstück arbeitete bis zu seiner Erkrankung als Lehrer. In der Zeit danach gründete er gemeinsam mit anderen Betroffenen eine Selbsthilfegruppe und leitete diese über Jahre.

Bernhard Kleinstück erzählt, dass er als erste Anzeichen bei seiner Arbeit Konzentrationsmängel und eine starke Erschöpfung bemerkte, die ihn schon gegen Mittag überfiel. Als er nach einer längeren Zeit zusätzlich Blut im Stuhl bemerkte, sprach er mit seiner Tochter darüber, die im medizinischen Bereich tätig ist. Über sie bekam Bernhard Kleinstück einen Termin für eine Rektoskopie, bei der ein Tumor im Enddarm festgestellt wurde.

Es erfolgte zunächst eine Bestrahlung, die er gut vertrug. Vier Wochen später schloss sich die Operation an. Die körperliche Genesung und die Verheilung des angelegten Stomas beschreibt Bernhard Kleinstück als unproblematisch, was er auf seine gute körperliche Verfassung zu diesem Zeitpunkt zurückführt.

Den Umgang mit seinem Stoma schildert Bernhard Kleinstück als unkompliziert. In der ersten Zeit habe es ihm geholfen, seine Ernährung auf der Grundlage eigener Erfahrungen umzustellen, bis die Verdauung sich wieder normalisiert hatte. Heute könne er wieder alles essen. Auch Schwimmen, Wandern und sonstige körperliche Bewegung sind für ihn kein Problem. Bernhard Kleinstück beschreibt, dass er sich insgesamt sehr wohl fühle, aber viel Zeit und Ruhe für die tägliche Stomapflege brauche.

Bernhard Kleinstück erzählt auch, dass er in der ersten Zeit seiner Erkrankung viel handwerklich aktiv war und auch allein wandern ging, was ihm beim Umgang mit der neuen Situation geholfen habe. In dieser Zeit bekam er auch viel Hilfe und Unterstützung von Freunden beim Bau eines Bungalows in seinem Garten.

Bernhard Kleinstück widmete sich nach seiner eigenen Erkrankung der Gründung und über Jahre der Leitung einer Selbsthilfegruppe für Stomaträger. Gemeinsam mit seiner Frau organisierte er auch Reisen für die Gruppe. Er schildert, dass diese gemeinsamen Reisen den Betroffenen dabei halfen, trotz ihres Stomas in die Öffentlichkeit zu gehen. Er empfiehlt einen offenen Umgang mit dem eigenen Stoma und erzählt, dass er damit persönlich nur gute Erfahrungen gemacht habe.

Das Interview wurde im Frühjahr 2013 geführt.

 

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