Die Erfahrungen von Anja Walter

Portrait Anja Walter ist zum Zeitpunkt des Interviews 52 Jahre alt. Sie ist Vollzeit erwerbstätig und lebt gemeinsam mit ihrem Mann, ihre beiden erwachsenen Kinder sind bereits ausgezogen. Nachdem sie eine juckende Stelle im Gesicht zunächst als Mückenstich abhandelte, der Juckreiz aber auch nach einiger Zeit nicht nachließ, suchte Anja Walter 2022 einen Hautarzt auf. Dieser stellte nichts Auffälliges fest und entließ Anja Walter mit einer beruhigenden Crème nach Hause. Das Präparat brachte keine Besserung, sodass Anja Walter nach einigen Wochen erneut ihren Hautarzt aufsuchte, der sie in die Dermatologie eines Krankenhauses weiterleitete. Nach einer weiteren Untersuchung wurde ihr die Option auf eine chirurgische Entfernung der betroffenen Stelle angeboten. Anja Walter entschied sich trotz der Gefahr einer sichtbaren Narbe im Gesicht dafür. Nach der Untersuchung des entfernten Hautareals im Labor erhielt Anja Walter im Alter von 49 Jahren die Diagnose eines subkutanen Lymphoms. Es folgten eine Reihe von Untersuchungen und Kontrollterminen sowie ein Nachschnitt, der sämtliche Krebszellen entfernen sollte. Der Krebs ist danach nicht weiter gewachsen und hat keine aktiven Rückstände hinterlassen, sodass Anja Walter heute ohne Einschränkungen ihren Alltag lebt.

Anja Walter fiel im Alter von 49 Jahren eine Hautveränderung im Gesicht auf, die mit einem starken Juckreiz verbunden war. Sie sagt, dass die Stelle aussah wie ein Mückenstich und ordnete sie entsprechend ein. Als der Juckreiz jedoch nicht ausbleibt, wendete Anja Walter sich an ihren Hautarzt. Dieser bestätige sie darin, dass die Hautveränderung nichts Auffälliges darstellt und gab ihr eine Crème mit, die ihre Haut beruhigen sollte. Auch mit der Crème hörte die Stelle nicht auf zu jucken sowie nahm Anja Walter darüber hinaus kleine Veränderungen im Erscheinungsbild der betroffenen Stelle wahr. Nach weiteren acht Wochen wurde sie daher erneut bei ihrem Hautarzt vorstellig, der sie wiederum an die Dermatologie eines nahegelegenen Krankenhauses überwies. Auch hier konnte keine Diagnose gestellt werden, Anja Walter wurde aber angeboten, dass die Hautstelle entfernt werden kann, wenn sie diese als äußerst störend empfindet. Aufgrund des Juckreizes entschied Anja Walter sich für den Eingriff, mit dem Bewusstsein, dass dieser eine sichtbare Narbe im Gesicht hinterlassen kann. Die Probe wurde zur Untersuchung ins Labor geschickt und kurz nach den Weihnachtsfeiertagen 2022 bekam Anja Walter die Diagnose eines subkutanen Lymphoms.

Anja Walter sagt, dass sie vor der Diagnose neugierig war, was es sein könnte, ebenso ihr Mann, der selbst Arzt im behandelnden Krankenhaus ist. Beide hatten jedoch keinen Tumor erwartet, sodass Anja Walter eine Schockmoment erlebte. Sie durchlief eine Reihe von Untersuchungen sowie sollte mit einem weiteren Eingriff sichergestellt werden, dass das Areal um die betroffene Stelle weiträumig entfernt wird und keine Krebszellen zurückbleiben. Die Operation war erfolgreich, die Wunde verheilte gut und Anja Walter sagt, dass sie keine starken Schmerzen oder andere Einschränkungen erfuhr. Enttäuschend war für Anja Walter jedoch, dass sie vor der Diagnose nicht ernstgenommen wurde und das Lymphom letztendlich nur auf ihre eigene Entscheidung zum Eingriff hin entdeckt wurde. Im weiteren Verlauf erlebte sie eine lückenlose Versorgung, was jedoch auch mit der ärztlichen Tätigkeit ihres Mannes zusammenhängen mag. Anja Walter sagt, dass es grundsätzlich aber nicht so sein sollte, dass „Vitamin-B“ Vorteile in der Versorgung verschafft.

Auch Anja Walter selbst ist im Gesundheitswesen tätig und konnte sich demnach sowohl auf einer fachlichen, als auch auf der persönlichen Ebene immer mit ihrem Mann austauschen, was ihr besonders geholfen hat. Sie konnte im Laufe der Erkrankung nochmal eine neue Bedeutung von „Carpe diem“ erlangen und sagt, dass sie nochmal realisiert hat, dass eine Krebserkrankung jede Person treffen kann. Daher empfindet sie es als besonders wichtig, sich selbst ernst zu nehmen und auch im Gespräch mit gesundheitlichem Personal Bedenken zu kommunizieren und alle aufkommenden Fragen zu stellen. Waldspaziergänge und der Austausch mit Freund*innen spendeten Anja Walter die Energie, um in der Zeit nach der Diagnose und um die Nachsorge herum eine gelassene und zugleich gestärkte Haltung einzunehmen.

Das Interview wurde im Februar 2025 geführt.


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