Die Erfahrungen von Elke Gruber
Elke Gruber ist zum Zeitpunkt des Interviews 82 Jahre alt und lebt gemeinsam mit ihrem Mann. Im Jahr 2020 stellte Elke Gruber ein verändertes Muttermal auf ihrem Fußrücken fest. Nach Entfernung und Biopsie folgte die Diagnose eines malignen Melanoms. Verschiedenste Untersuchungen blieben ohne weitere Befunde. Dreieinhalb Jahre später waren die Tumormarker von Elke Gruber bei einer Kontrolluntersuchung erhöht. Nach weiteren Untersuchungen konnte eine Lymphknotenmetastase vom schwarzen Hautkrebs nachgewiesen werden. Es wurde eine gezielte Immuntherapie gestartet, bevor Elke Gruber operiert wurde. Bei der OP wurden insgesamt drei befallene Lymphknoten in ihrer Leiste entdeckt und entfernt. Da jedoch in den Untersuchungen nach der Operation weitere Tumorzellen nachgewiesen werden konnten, wurde Elke Gruber empfohlen, alle Lymphbahnen des Beines entfernen zu lassen. Sie entschied sich nach langer Überlegung und Rücksprache mit ihrem vor Ort behandelnden Arzt trotz großer Angst letztlich für die Operation. Elke Gruber entwickelte im Anschluss an die Operation starke Lymphwassereinlagerungen im Bein, welchen die Ärzt*innen durch aufwändige und schmerzhafte Therapien entgegenwirkten. Dies zog sich über mehrere Wochen. Es folge eine Bestrahlung und eine zielgerichtete Tabletten-Therapie. Mit dieser musste aufgrund von starken Nebenwirkungen und einer Uro-Sepsis bereits einige Male pausiert werden. Ihre Familie und eine enge Freundin helfen Elke Gruber im Umgang mit der Krankheit und ihren Folgen. Sie appelliert an die Gesellschaft und das Fachpersonal, Hautkrebs die notwendige Ernsthaftigkeit und Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.
Elke Gruber hatte bereits Anfang der 80er Jahre ein verändertes Muttermal festgestellt. Dies wurde herausgeschnitten und als malignes Melanom diagnostiziert. Es hatte jedoch nicht gestreut, sodass es keiner weiteren Behandlung bedurfte. Viele Jahre später entdeckte Elke Gruber wieder ein Muttermal auf ihrem Fußrücken. Nach Jahren der Beobachtung, auch durch ihren Hautarzt, wurde das Muttermal immer dunkler und veränderte seine Form. Sie suchte daher 2021 ihren Hautarzt auf. Dieser diagnostizierte ein malignes Melanom, riet ihr dringend zur Entfernung und überwies sie an die Universitätsklinik, da ein tieferer Schnitt erfolgen musste. Nach dem Eingriff, bei dem auch der Wächterlymphknoten entfernt wurde, der jedoch nicht befallen war, bestätigte sich der Befund malignes Melanom. Nach weiteren Untersuchungen konnte eine Metastase in der Leiste entdeckt und mitsamt Wächterlymphknoten entfernt werden, welcher nicht befallen war. Elke Gruber sagt, dass sie aufatmen konnte, wenn auch die Wundheilung auf dem Fußrücken aufgrund einer Infektion ca. drei Monate dauerte.
Elke Gruber begab sich daraufhin vierteljährlich in die Nachsorge bei ihrem Hautarzt und in der Uniklinik. Dreieinhalb Jahre nach der Diagnose des malignen Melanoms auf dem Fußrücken waren bei einem Kontrolltermin ihre Tumormarker wieder erhöht. Elke Gruber durchlief erneut die Untersuchungen in der Universitätsklinik. Es wurde mindestens eine Metastase in der Leiste festgestellt. Vor einem geplanten Eingriff erhielt Elke Gruber drei Zyklen einer modernen Immuntherapie. Bei der darauffolgenden Operation wurden drei Metastasen in der linken Leiste identifiziert. Mindestens bei einem der befallenen Lymphknoten war die Kapsel geplatzt, sodass sich weitere Tumorzellen verteilten. Elke Gruber erhielt daher von ihren Ärzt*innen die Empfehlung, alle Lymphbahnen des Beines zu entfernen. Sie hatte große Angst vor dieser Operation, sprach mit ihren Ärzt*innen und suchte sich eigene Informationen aus Fachartikeln zusammen, da sie gelesen hatte, dass diese Operationen etwas umstritten wären. Sie sah schließlich die OP als einzige Option, wenn sie nicht wollte, dass der Krebs sich weiter ausbreitete und womöglich zum Tod führte.
Als Elke Gruber einige Tage nach der Operation aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hatte sie aufgrund von Lymphwassereinlagerungen noch starke Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Beim ersten Verbandswechsel reagierte ihr Hautarzt sofort auf das geschwollene Bein und schickte sie notfallmäßig zurück in die Klinik. Dort versuchten die Ärzt*innen durch Punktion der Wunde und spätere tägliche Druckmassage das Lymphwasser in den Beinen zu reduzieren. Dieses brachte jedoch keinen Erfolg, sodass sie sich schließlich für eine Weiterbehandlung mittels VAC-Pumpe entschieden, die durch Unterdruck die Wund- und Lymphflüssigkeit absaugt. Der Prozess zog sich über drei Wochen hin, in denen Elke Gruber sehr starke Schmerzen hatte. Es blieben eine große Narbe und ein großes Loch im Bein zurück.
Wegen der langen Wundheilungsstörung musste die geplante Bestrahlung nach hinten verschoben werden. Elke Gruber war während der Bestrahlung infolge der vorangegangen Behandlungsmaßnahmen noch sehr schwach, vertrug die Bestrahlung jedoch gut. Die Ärzt*innen entschieden sich im Anschluss an die OP für eine zielgerichtete Tabletten-Therapie, da die Immuntherapie bei Elke Gruber nicht erfolgreich war. Unter der zielgerichteten Therapie war ihr Immunsystem weiterhin sehr schwach und Elke Gruber entwickelte eine Harnwegsinfektion, die wiederum in eine Uro-Sepsis mündete. Die Therapie wurde infolgedessen unterbrochen. Elke Gruber musste im Juni 2025 an der Blase operiert werden und war erneut einige Wochen im Krankenhaus. Sie sagt, dass es noch immer sehr schwer ist, körperlich wiederaufzubauen. Sie erhielt einen Pflegegrad, wodurch sie im Alltag professionell unterstützt wird. Die zielgerichtete Therapie musste zwischendurch immer wieder unterbrochen werden, weil es Elke Gruber gesundheitlich so schlecht ging. So entschieden sich die Ärzt*innen, ihre Dosis zu halbieren. Zum Zeitpunkt des Interviews befindet sich Elke Gruber seit drei Wochen wieder in der Phase der zielgerichteten Therapie und kämpft weiterhin mit Müdigkeit, Übelkeit und Schwindel. Sie wartet, was in der nächsten Nachsorgeuntersuchung über das weitere Vorgehen besprochen wird und sagt, dass die Hoffnung zuletzt stirbt.
Elke Gruber ist kürzlich einer Selbsthilfegruppe beigetreten, bei der sie sich für die Zukunft noch intensiveren Austausch über die einzelnen Krankheitsgeschichten verspricht. In einer Kur hat sie damit durch Teilnahme an den Gruppentherapien sehr gut Erfahrungen gemacht. Ebenso tat es ihr gut, bei der Krebsberatung mit einer Psychoonkologin zu sprechen, mit der sie bis heute Kontakt hat. Elke Gruber wünscht sich, dass Hautkrebs in der Gesellschaft und auch beim Fachpersonal zukünftig ernster genommen wird. Ihre Familie, ihr Mann und ihre Söhne, sowie eine gute Freundin geben ihr Rückhalt und sie kann mit ihnen offen über die Erkrankung und ihre Belastungen sprechen. Darüber hinaus hat sie jedoch häufig das Gefühl, dass in der Öffentlichkeit eine Hautkrebsdiagnose weniger ernstgenommen und ihr weniger Aufmerksamkeit entgegengebracht wird. Sie sagt, dass sich viele Menschen auch nicht mehr interessieren, wenn es einem schlechter geht.
Elke Grubers Leben, aber auch ihr Körper- und Selbstbild haben sich seit der zweiten Hautkrebsdiagnose stark verändert. Sie verspürt im Alltag durch die Einschränkungen weniger Lebensqualität und ist häufig traurig. So gibt es für sie mal schlechte, mal bessere Tage. Insgesamt hat sie dennoch die Hoffnung, neue Wege zu finden, durch die sie wieder mehr Lebensqualität spüren kann. Der Optimismus ihres Mannes und auch ihr Glaube helfen ihr dabei. Elke Gruber betont schließlich, wie wichtig die Aufklärung zu schwarzem Hautkrebs und seiner Gefährlichkeit ist. Es ist ihr ein Anliegen, den eigenen Körper im Blick zu behalten, aber sich zugleich nicht bei jeder Veränderung verrückt zu machen.
Das Interview wurde im Juli 2025 geführt.
Alle Interviewausschnitte von Elke Gruber
Elke Gruber sieht in der Sonne auch klare Vorteile, aber ist vorsichtiger geworden.
Elke Gruber hatte starke Nebenwirkungen der zielgerichteten Therapie.
Elke Gruber rät dazu, Hautkrebs mehr ernst zu nehmen.
Elke Grubers Sohn kümmert sich umfassend, obwohl er selbst Krebs hat.
Elke Gruber fühlte sich in ihrem Körper infolge der Krankheit und der Therapien nicht mehr wohl.
Elke Gruber fand den Austausch mit anderen in der Reha positiv.
Aufgrund von postoperativen Folgen hatte Elke Gruber starke Schmerzen.
