Die Erfahrungen von Holger Ziegler

Portrait Holger Ziegler ist zum Zeitpunkt des Interviews im März 2023 61 Jahre alt. Er bezieht seit 2012 Erwerbsminderungsrente und lebt zusammen mit seiner Partnerin. Nach einer Knie OP im Jahr 1999 begannen bei ihm starke Rückenschmerzen, die ihn bis heute begleiten.

Nach einer Knie Operation im Jahr 1999 kam es zu einer Wundheilstörung aufgrund derer er sich mehrere Wochen zuhause auskurieren musste. Während der Schonung bemerkte er ein Kribbeln im Rücken und ein Taubheitsgefühl in seinem Bein. Später wurden bei einem MRT abgenutzte Bandscheiben im Lendenwirbelbereich festgestellt. Zu diesem Zeitpunkt war Holger Ziegler 41 Jahre alt. Auf Rat einer Neurochirurgin entschied er sich für eine Versteifung im Lendenwirbelbereich. Nach kurzer Zeit bildete sich Nackengewebe, welches die gleichen Schmerzen wie zuvor hervorrief. Holger Ziegler entschied sich gegen eine Operation an den Halswirbeln.

Über die Jahre hinweg stellte Holger Ziegler mehrere Rentenanträge, da er auch trotz Umschulung keinen Job fand. Dabei fiel es ihm schwer zu akzeptieren, auf dem Arbeitsmarkt nicht mehr gebraucht zu werden. Statt einer Rente bekam er jedoch mehrere Reha-Aufenthalte verschrieben, in denen er im Jahr 2009 auch zum ersten Mal eine psychologische Behandlung in Anspruch nahm.

Holger Ziegler begab sich in eine Tagesklinik und begann eine betreute Schmerztherapie, um sich selbst und die Schmerzen besser zu verstehen. Seine Schmerzen wurden jahrelang mit immer weiter steigenden Morphiumdosen behandelt, welche er in einem Entzug nach und nach reduzierte, wobei vor allem seine Enkelkinder und seine Familie Lichtblicke für ihn darstellten. Er fand zudem ein Cannabis-ähnliches Medikament, welches seine Schmerzen lindert.

Seit 2011 besucht Holger Ziegler eine Selbsthilfegruppe und empfindet dies als sehr hilfreich, da er dort wirklich er selbst sein kann und viel lernt. Nachdem im Jahr 2012 dann der Rentenantrag angenommen wurde, fiel ihm ein Stein vom Herzen und er erlangte seine positive Einstellung zurück. Kurz darauf übernahm Holger Ziegler selbst die Leitung einer Selbsthilfegruppe. Zudem entschied er eine Reiki-Ausbildung zu machen, da die Behandlung ihm selbst sehr half loszulassen und zu entspannen.

Holger Ziegler beschreibt Psychosomatik und Psychotherapie als Knackpunkte auf dem Weg den Schmerz zu verstehen und positiv zu beeinflussen. Er hat akzeptiert, dass eine Heilung des Schmerzes unwahrscheinlich ist, aber definitiv durch eigenes Handeln eine Linderung hervorgerufen werden kann. Holger Ziegler lernte mit der Zeit wieder positiv zu denken und betreibt weiterhin Sport, um seine körperliche Gesundheit zu fördern.

 

Holger Ziegler erzählt, dass es nicht ganz einfach ist, sich nach dem Klinikaufenthalt wieder zuhause zurecht zu finden.

Holger Ziegler erzählt wie Reiki ihm hilft zu entspannen.

Holger Ziegler berichtet von einer Notwendigkeit eines Bewusstseins für die Medikamente, die man von seinem*seiner Ärzt*in erhält.

Holger Ziegler berichtet von seiner Erfahrung mit Morphium.

Holger Ziegler lernte in der Psychotherapie, dass viel an einem selbst liegt.

Holger Ziegler entdeckte durch seine Physiotherapeutin das Reiki für sich.

Holger Ziegler war einem Fremdkörper in seinem Körper gegenüber skeptisch.

Holger Ziegler nutzte ein frei verkäufliches Präparat, dessen THC-Gehalt sehr gering ist. Er berichtet, dass sich viele Ärzt*innen mit dem Antragsprozess schwertun.

Holger Ziegler hat sich immer weiter von Familie und Freunden abgekapselt.

Holger Ziegler fühlt sich oft nicht verstanden wenn er seine Schmerzen entsprechend der Skala kommuniziert.

Als die Rente von Holger Ziegler endlich durchkam, ist ihm ein Stein vom Herzen gefallen.

Holger Ziegler fühlte sich nach dem Verlust seines Berufes nicht mehr gebraucht.

Holger Ziegler nahm die Rente den gesellschaftlichen Druck funktionieren zu müssen.

Holger Ziegler berichtet von der Zeit arbeitslos aber nicht rentenbewilligt zu sein.

Holger Ziegler erzählt wie er sich mehr und mehr von seiner Familie abschottete, bis er schließlich seine Enkel als größten Antrieb fand sich wieder hochzukämpfen.

Holger Ziegler findet es wichtig, sich nicht zu scheuen, offen mit den Ärzt*innen zu reden.

Holger Ziegler weiß, dass man als Betroffener immer den ersten Schritt machen muss.