Die Erfahrungen von Monika Bender
Monika Bender ist zum Zeitpunkt des Interviews 62 Jahre alt, lebt mit ihrem Mann und ist seit einem halben Jahr in Erwerbsminderungsrente. Ihre beiden erwachsenen Kinder sind bereits ausgezogen. 2018 erhielt sie im Alter von 55 Jahren die Diagnose eines Nodulären amelanotischen Melanoms. Aufgrund einer Mikrometastase im Lymphknoten startete Monika Bender eine moderne Immuntherapie, die mehrmals wegen Nebenwirkungen unterbrochen wurde. Es kam wiederholt zu Metastasen, sodass sie bislang vier jeweils einjährige Immuntherapien erhielt. Zum Zeitpunkt des Interviews ist sie mit Metastasen im Stadium IV und erhält eine onkolytische Virotherapie. Monika Bender sagt, dass sie ihre Lebensfreude nicht verloren hat und durch die Krebserkrankung gelernt hat, was in ihr steckt. Sie ist dankbar für die Zeit mit ihrer Familie und schätzt es sehr, dass sie seit Beginn ihrer Erwerbsminderungsrente weniger Druck im Alltag empfindet und sich frei bewegen kann.
Monika Bender entdeckte 2018 beim Tennis spielen ein rotes Knötchen an ihrer Schulter. Sie ist selbst OP-Schwester und holte sich eine Einschätzung aus ihrem sozialen Umfeld sowie von ihrem Hausarzt, doch es wurden keine weiteren Untersuchungen eingeleitet. Als sich die Stelle jedoch veränderte und zu bluten begann, suchte sie unmittelbar die Hautklinik auf. Die Stelle wurde herausgeschnitten und zwei Wochen später bekam Monika Bender die Diagnose eines malignen Melanoms. Es erfolgte ein Nachschnitt sowie wurde der Wächterlymphknoten entfernt. Monika Bender sagt, dass es zunächst komisch für sie war, sich in die Rolle der Patientin zu begeben, da sie eigentlich immer auf der Seite der Versorgenden war. Sie fühlte sich jedoch gut betreut. Es stellte sich heraus, dass bereits eine Mikrometastase im Lymphknoten war, sodass eine moderne Immuntherapie eingeleitet wurde.
Im Laufe dieser Therapie entzündete sich Monika Benders Schilddrüse. Sie bekam Tabletten dagegen, jedoch kam eine Hypophysitis hinzu. Mit Einnahme von Hydrocortison fühlte sich Monika Bender direkt besser, da ihre Abgeschlagenheit zurückging. Sie konnte lernen, die regelmäßige Medikamenteneinnahme in ihren Alltag zu integrieren. Jedoch erlebte sie seit Erstdiagnose einen stetigen Wechsel aus einem Jahr moderner Immuntherapie und einem Jahr ohne Befunde, bis erneut Metastasen auftraten. Während der vier modernen Immuntherapien seit Diagnose erkrankte Monika Bender an schweren Lungenentzündungen, weshalb sie wiederum Kortison nehmen musste. Dies zog weitere Nebenwirkungen mit sich, beispielsweise war Monika Bender durch Fußprobleme im Alltagsleben eingeschränkt und durch das veränderte Körperbild belastet. Anfang 2025 ertastete Monika Bender zwei neue Metastasen, die herausgeschnitten wurden. Es folgten fünf weitere oberflächliche Metastasen, die zum Zeitpunkt des Interviews aufgrund der nunmehr nicht mehr vertragenden Immuntherapie mit einer lokalen onkolytischen Virotherapie behandelt werden.
Monika Bender findet es schade, dass sie sich weniger in der Sonne aufhalten kann. Sie ist vorsichtiger geworden und achtet darauf, dass ihre Haut bedeckt ist. Sie beschreibt ebenso, dass sie sich sensibler wahrnimmt sowie im Umgang mit anderen Menschen reifer wurde: Sie spricht viel und offen über ihre Hautkrebserkrankung, um Menschen in ihrem sozialen Umfeld zu ermöglichen, einen Umgang damit zu erlernen. Themen, die sie sehr ausführlich besprechen möchte oder mit denen sie ihre Familie nicht belasten möchte, nimmt Monika Bender mit in die Selbsthilfe, in der sie sehr engagiert ist und viel Halt findet. Es ist ihr wichtig, als Patientin informiert zu sein und an der Behandlung mitzuarbeiten. Seit ihrer Erwerbsminderungsrente hat sie mehr Zeit für Sport, aber auch für Ruhepausen und genießt diese freie Alltagsgestaltung. Sie sagt, dass Bewegung ihr guttut und ein fitter Körper darüber hinaus die Therapien besser aushalten kann. Das Thema Krebs ist für Monika Bender mittlerweile ein vertrauter Gedanke und jagt ihr weniger Angst ein, als bei der Diagnosestellung. Es haben sich immer Möglichkeiten im Laufe der Erkrankung aufgetan, weshalb sie ihre Lebensfreude beibehalten konnte und im Hier und Jetzt lebt.
Das Interview wurde im Mai 2025 geführt.
Alle Interviewausschnitte von Monika Bender
Monika Bender findet es schade, dass sie nicht mehr uneingeschränkt in der Sonne sein kann.
Monika Bender hatte nach der Virotherapie ähnliche körperliche Symptome wie bei einer Impfreaktion.
Monika Bender machte sich fit für das, was noch kommt.
Monika Bender hat der offene Umgang mit ihrer Krankheit sehr geholfen.
Durch die Reaktionen im sozialen Umfeld hat Monika Bender Vieles über ihre Mitmenschen gelernt.
Monika Bender findet es wichtig, als Patientin selbst über ihre Krankheit informiert zu sein.
Monika Bender vertraut der Schulmedizin, mit der sie immer gut gefahren ist.
Monika Bender haben im Körperbild eher die Kortison-Nebenwirkungen als die Narben gestört.
Monika Bender hat in regelmäßigen Abständen Metastasen.
Monika Bender möchte in ihrer Erwerbsminderungsrente noch etwas erleben.
