Erfahrungen mit Komplementärmedizin
Die Komplementärmedizin gewinnt in der Behandlung von Hautkrebs zunehmend an Bedeutung, da viele Patient*innen ergänzende Wege suchen, um Therapieerfolge zu unterstützen und Nebenwirkungen zu lindern. Komplementäre (ergänzende) Verfahren ersetzen dabei nicht die medizinisch notwendige onkologische Behandlung, sondern begleiten sie sinnvoll. Dazu gehören beispielsweise pflanzliche Präparate, Achtsamkeits- und Entspannungsverfahren, Ernährungs- und Bewegungsprogramme oder auch Akupunktur (siehe auch KOKON – Kompetenznetz der Komplementärmedizin in der Onkologie e.V.).
Mehr zu den Erfahrungen unserer Interviewpartner*innen mit Bewegung und Ernährung im Krankheitskontext finden Sie hier.
Ziel der unterstützenden Verfahren ist es, das Wohlbefinden zu stärken, die Lebensqualität während der Behandlung zu verbessern, das Immunsystem zu stärken, Nebenwirkungen zu vermindern und körperliche sowie seelische Belastungen zu reduzieren. Wichtig bleibt jedoch, jede komplementäre Maßnahme mit dem behandelnden Fachpersonal abzustimmen, um Wechselwirkungen und Risiken zu vermeiden und einen sicheren, individuellen Behandlungsplan zu gewährleisten.
Vor allem unsere Interviewpartner*innen mit malignem Melanom erzählten von ihren Erfahrungen mit komplementären Methoden. Manche hatten bereits konkrete Anwendungen genutzt, die ihnen sehr halfen, beispielsweise Reiki, Ganzkörperhyperthermie, Sauerstofftherapie und Hypnose. Andere waren offen dafür, gewisse Verfahren oder Mittel auszuprobieren. So testete ein Interviewpartner in Absprache mit seinem Hausarzt homöopathische Mittel.
Thomas Kellner hat Selbsthypnose angewendet, um seine Ressourcen zu aktivieren.
Ute Pfeifer hat eine Ganzkörperhyperthermie und eine Sauerstofftherapie in Anspruch genommen.
Kai Fritz probierte in Absprache mit seinem Hausarzt homöopathische Mittel aus.
Andere Interviewpartner*innen haben sich direkt oder nach einmaligem Ausprobieren gegen die Inanspruchnahme von komplementärmedizinischen Verfahren entschieden. Sie schilderte, dass sie nicht das Bedürfnis hatten oder ausschließlich der Schulmedizin vertrauten.
Monika Bender vertraut der Schulmedizin, mit der sie immer gut gefahren ist.
Einige Interviewpartner*innen, die offen für Komplementärmedizin waren, erläuterten, dass sie sich eine ganzheitliche Versorgung wünschten, die schulmedizinische und komplementärmedizinische Verfahren verbindet. Sie erzählten von ihrer Enttäuschung, wenn ihre Ärzt*innen und auch Kliniken generell nicht offen für Komplementärmedizin waren.
Stefan Richter betonte die Chance von niedrigschwelligen Methoden wie Akupunktur.
