Physiotherapie
Neben den medikamentösen Maßnahmen waren für unsere Erzähler die physiotherapeutischen Angebote von besonderer Bedeutung. Sie berichteten von krankengymnastischen Übungen, aber auch von manueller Therapie und Massage, Fangopackungen und heißen Rollen, Rückenschule, Hydrotherapien und Bewegungsbädern, Wärme- und Kältebehandlungen. Manche machten hier auch Erfahrungen mit weiteren physikalischen Therapien wie Ultraschall- oder Elektrotherapie. Viele der eingesetzten Therapieverfahren in der Physiotherapie kamen aus dem Bereich manualtherapeutischer, komplementärer oder alternativer Verfahren (siehe „Komplementäre und alternative Therapien“).
Barbara Lange bedauert, dass sie nicht viel früher mit Rückengymnastik angefangen hat
Viele unserer Erzähler berichteten, dass die Physiotherapie ihnen entscheidend geholfen habe. Dies konnte allerdings zu unterschiedlichen Phasen der Erkrankung in verschiedenem Ausmaß zutreffen. Für manche boten die physiotherapeutischen Maßnahmen nur kurzfristig Entlastung, während sie für andere die wichtigsten aller therapeutischen Angebote überhaupt waren.
Barbara Langes Physiotherapeutin fand den richtigen Ansatzpunkt, so dass es ihr seitdem besser geht.
Andere Erzähler fanden durch physiotherapeutische Maßnahmen keinerlei Besserung oder beklagten den großen Aufwand mit den Terminen, die selber Streß verursachten.
Susanne Maurer fand die vielen Termine für die Krankengymnastik sehr belastend
Immer wieder wurde erwähnt, wie hilfreich es sei, von den Physiotherapeuten nicht nur behandelt zu werden, sondern auch Übungen und Tips mit auf den Weg zu bekommen, die man zuhause nutzen und auf Dauer weiterführen kann. Die Bedeutung der Physiotherapeuten ging für manche weit über die eigentliche Behandlung hinaus, und sie wurden als Wegbegleiter und als wichtigste Helfer im Umgang mit dem Schmerz erlebt. Inge Meyer findet ganz viel Hilfe bei zwei Physiotherapeuten, die ihr bestimmte Übungen anraten, wenn sie Blockierungen hat. Bei manchen Erzählern lieferten die Physiotherapeuten entscheidende Hinweise für das Verständnis der Schmerzerkrankung oder rieten zu weiteren diagnostischen Maßnahmen, die letztendlich das Krankheitsgeschehen aufklärten.
Rita Lorenz erzählt, wie ihre Krankengymnastin die Ursachen ihrer Knieschmerzen fand und behandelte.
Hans König macht regelmäßig zuhause seine Übungen
Christin Neumann erzählt, wie die Physiotherapeutin ihr riet, sich untersuchen zu lassen
Viele unserer Erzähler fanden auf die Dauer heraus, welche physiotherapeutischen Maßnahmen ihnen besonders gut taten und für sie sinnvoll waren. Während die Bewegungsübungen im warmen Wasser als sehr angenehm beschrieben wurden, berichteten viele Erzähler, dass Krankengymnastik auch äußerst schmerzhaft und anstrengend sein kann. Trotzdem konnte sie aber unbedingt nötig und auf die Dauer erfolgreich sein.
Ursula Bach erzählt, wie sie nach ihrer Rückenoperation ganz langsam wieder laufen lernen musste.
Physiotherapeutische Maßnahmen hingen in ihrer Wirksamkeit und ihrem Erfolg oft stark von der Person der jeweiligen Therapeuten ab. So machten einige Erzähler sehr unterschiedliche Erfahrungen mit verschiedenen Physiotherapeutinnen. Einige erwähnten, dass ihnen hier nicht nur therapeutische Erfahrung und Fähigkeiten wichtig waren, sondern auch der menschliche Umgang. Das Gefühl, dass die Therapeutin auf die eigene Person einging und sich in das Körpergefühl ihrer Patienten hineinversetzen konnte, spielte eine wichtige Rolle.
Physiotherapie wurde vor allem in Rehakliniken oder in ambulanter Reha, aber auch in ambulanten Praxen durchgeführt. Einige Erzähler berichteten, dass die Qualität der Behandlung in unterschiedlichen Einrichtungen sehr verschieden sein konnte. Auch die Angebote in den Kliniken waren in Häufigkeit und Qualität sehr unterschiedlich und entschieden damit häufig über den Erfolg der ganzen Maßnahme.
Einige Erzähler berichteten, dass sie sehr gern mehr an Physiotherapien machen würden, dies aber an der Verschreibungspraxis der Ärzte scheiterte. Einige "kauften" sich die für sie wichtigen Behandlungen selbst (siehe „Kostenträger, Behörden und Finanzen“), weil sie von den Krankenkassen gar nicht oder in zu geringem Maß finanziert wurden.